Object: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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ob ein Mensch, der in der mittleren Trunken¬ 
heit ein Verbrechen beging, seinem gewöhn= 
„sichen Temperament gemäß oder demselben 
nentgegen gehandelt habe." Uebrigens ist 
„ gewöhnliches Temperament" nicht wohl 
denkbar; weil ein jeder Mensch nur ein Tem¬ 
perament und daher auch nicht neben einem 
gewöhnlichen Temperament, noch ein unge= 
wöhnliches haben kann. 
VII. Leidenschaft (§. 265 - 271). Nicht 
jede Art von Leidenschaften kann die Straf= 
barkeit aufheben. Nur der Zorn kann in der 
Gesetzgebung eine Stelle unter den Gründen 
der Straflosigkeit finden. Der Entwurf er= 
kennt dieses in der That an; aber die Art, 
wie er es thut, paßt für ein Gesetzbuch nicht. 
Einige Schriftsteller über die Psychologie theilen 
nämlich die Leidenschaften in solche, die auf 
Abwendung eines Uebels gerichtet sind, wo¬ 
hin der Zorn gehört, und in solche, die auf 
Erlangung eines Vergnügens gerichtet sind, 
Vorge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin 
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