Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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so kräftiger der Begehung derselben entgegen, 
je schwerer sie an und für sich, nach ihrem 
objectiven Gesichtspunkte, eist. Ein Mensch, 
selbst wenn er kein Strafgesetz zu fürchten 
hätte, würde sich doch viel schwerer zu einem 
Mord, als zu einem Diebstahl oder einer 
Injurie bestimmen und er müßte weit bos¬ 
haftere, stärkere Neigungen und Begierden 
zum Unrecht haben, wenn er zu jenem sich 
entschließen wollte, als wenn er zu diesem 
sich entschlösse. Die Größe und Stärke der 
sinnlichen Antriebe zur Begehung einer Unge¬ 
rechtigkeit muß daher mit der Größe der 
Ungerechtigkeit selbst zunehmen, um jene 
entgegenstehenden Motive überwinden zu kön¬ 
nen; also muß auch das Gegengewicht, das 
der Staat durch seine Strafdrohung hervor= 
bringen will, mit der Größe und Stärke 
dieser Antriebe, die jetzt den Willen bestim¬ 
men wollen, und durch die Drohung wieder 
aufgehoben werden sollen, zunehmen. — 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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