Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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Schändlichkeit der That, des frevelhaft ver= 
letzten Gewissens und, nach der Sprache des 
Volks, des beleidigten Gottes. Der Eyd ist 
an und für sich zunächst Sache des Gewis= 
sens, und daß er durch dieses mit Kraft in 
den Seelen wirke, daß er den Willen durch 
seine innere Heiligkeit an das Gewissen fessele, 
daß jeder vor dem Richter, der in dem Her= 
zen wohnt und der straft, wenn auch ewige 
Nacht das Aeussere der That überdeckt, daß 
jeder, der die Hand zum Eydschwur empor 
hebt, vor diesem Richter erschrecke; das ist 
es, nicht die bloße Furcht vor den Strafen 
des Staats, was dem Eyd seine Kraft ver= 
leihen muß. Wem die innere Heiligkeit des 
Eydes nichts ist, wer bey ihm blos an bür= 
gerliche Jnstitute und bürgerliche Strafen 
denkt, den wird die Strafe allein nur wenig 
schrecken: denn entfernt ist die Gefahr, von 
dem bürgerlichen Richter des Meineydes über= 
führt zu werden. Der Gesetzgeber suche daher 
Voage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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