Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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fen; ihre eigenthümliche religiöse Beziehung 
ist ganz übersehen (§. 1071 ff. §. 1175 ff. 
§. 1406 ff.). Nichts scheint mir passendet 
und abschreckender, als wenn auch in der 
Bestrafung die religiose Beziehung dieser Ver= 
brechen herausgehoben und der Verbrecher in 
demselben Geiste bestraft wird, in welchem er 
die Uebertretung begangen hat. Bey dem 
Meineyd, dem Kirchendiebstahl und der Got= 
teslästerung würde ich daher anrathen, feyer¬ 
liche Kirchenbußekanzuwenden, bey dem letzten 
Verbrechen allein, bey dem ersten in Verbin¬ 
dung mit einer Freyheitsstrafe, als dem Haupt¬ 
übel. In Ansehung der Gotteslästerung hat 
die Kirchenbuße denselben Zweck, wie die Ab¬ 
bitte bey den Injurien — Demüthigung vor 
demjenigen der herabgewürdigt wurde und 
Abschreckung durch diese. Der Verächter einer 
Religionsgesellschaft und des Heiligen, zu 
dessen Verehrung sie vereinigt ist, wird viel 
leichter die Gefahr des Gefängnisses nicht 
Voge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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