Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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2) Nicht weniger ist ein Verbrechen aus bö¬ 
sem Vorsatze anzunehmen, wenn dasselbe zwar 
nicht ausschließend Zweck des Verbrechers war, 
dieser aber eine Handlung in der Absicht unter= 
nommen hat, damit das eine oder das andere 
Verbrechen, welches aus seiner Handlung ent= 
springen kann, hervorgebracht werde, und wo= 
bey es ihm gleichgültig war, welches Verbre= 
chen wirklich entstehe. Kurz, die auf Verbre= 
chen, obgleich nicht auf ein bestimmtes einzel¬ 
nes Verbrechen, gerichtete Absicht, verbunden 
mit absoluter Gleichgültigkeit gegen die Wir¬ 
kung der verbrecherischen Handlung, begründet 
in Ansehung des aus dieser Handlung entstan= 
denen Verbrechens einen Dolus. Eine Mut¬ 
ter haßt ihr Kind, um ihren Haß zu befriedi= 
gen peitscht sie es mit Ruthen, Brennesseln 
und Dornen, schneidet ihm Wunden, brennt 
es mit glühenden Kohlen, hängt es an die 
Decke auf, steckt es in eine Kiste, läßt es 
hungern rc. rc. und das mißhandelte Kind 
ge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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