Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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Dieser Begriff, der den Hochverrath blos 
nach der Absicht bestimmt, ohne im geringsten 
eine eigenthümliche Beschaffenheit der Hand¬ 
lung an sich zu berücksichtigen, paßt für eine 
moralische Gesetzgebung, die hochverrätherische 
Gesinnungen einem Richterstuhl unterwerfen 
will, nicht für eine bürgerliche Gesetzgebung. 
Nach diesem Begriff kann jede Handlung, ohne 
Ausnahme jede Handlung ein Hochverrath seyn. 
Die Absicht allein, die ihr zum Grunde liegt, 
drückt ihr ja den Charakter des Hochverraths 
auf. Begründe sie dem Staat Gefahr oder nicht , 
sey sie ihm gleichgültig oder wichtig, ja, sey sie 
an sich rechtmäßig oder erlaubt: sie ist Hoch¬ 
verrath, so bald sie erzeugt ist von dem Geiste 
des Hochverraths. Setze man, ein Monarch 
hätte die Absicht vom Throne herabzusteigen 
und seinen Staat zu einer rein democratischen 
Verfassung zu organisiren; nur ein Minister 
von Gewicht wüßte entscheidende Gründe zum 
Gegentheil bei dem Oberherrn geltend zu 
Vorage 
Statsbiblothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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