Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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der Anwendung der sogenannten Critischen Jn= 
terpretation. Selbst die niedre Kritik durch 
bloße Vergleichung der Ausgaben giebt schon 
eine zu große Macht über die Worte des Ge= 
setzes. Welche Lesart die bessere und die rich¬ 
tige sey, hängt doch immer zulezt von bloßer 
Vermuthung, von kritischem Gefühl und eben 
dadurch vom Zufall ab. Wende sich der Rich¬ 
ter, wenn er die Lesart für unächt hält, an 
die Gesetzcommission. 2) Jede Art der Aus= 
legung ist zum praktischen Gebrauch schlechthin 
zu verbieten, sobald sie aus Hypothesen und 
Conjuncturen geschieht und überhaupt in ihrem 
Resultat noch einen Zweifel zuläßt. 3) Alle 
Arten analogischer Anwendung des Gesetzes 
sind schlechterdings dem Richter zu verbieten. 
Analogische Anwendung des Gesetzes geschieht, 
wenn die gesetzliche Verordnung auf einen in 
dem Gesetz nicht enthaltenen und nicht ausge¬ 
drückten Fall, wegen der Aehnlichkeit mit dem 
gesetzlich benannten und der Gleichheit des 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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