Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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len? Die Gesetze und ihre Handhaber müssen 
unerbittlich seyn: aber der Gesetzgeber muß 
mitd, nachsehend und menschlich seyn. . 
„„ Hätte der Verf. so wie es die Josephi¬ 
nische Gerichtsordnung thut, namentlich die 
Fälle angegeben, in welchen allein Begnadi= 
gung statt haben könne, so würde der Nach¬ 
theil gemildert seyn. Denn alsdann würde 
die Höffnung des Verbrechers, der auf Be= 
gnädigung ein Verbrechen wagen wollte, 
durch den Gedanken niedergeschlagen, daß 
auf ihn kein gesetzlicher Fall der Begnadigung 
passe. Aber da das „unbezweifelte Beste des 
Staats" so vielseitig und vieldeutig ist, da 
jeder weiß, daß der Oberherr allein und un= 
beschränkt zu beurtheilen habe, was zum un¬ 
bezweifelten Staatsbesten gehöre, und der 
Unterthan diesem Urtheil keine Grenze zeich¬ 
nen könne; so darf ein jeder den §. 172 durch 
J. Beccaria §, 20. 
e 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlir
	        
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