Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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Buchstaben zu vergleichen und, ohne Rücksicht 
auf Sinn und Geist des Gesetzes, zu verdam= 
men, wenn der Klang des Worts verdammt, 
und wenn er losspricht, loszusprechen. Giebt 
man ihm, sagen sie, das Recht, über den 
Buchstaben hinauszugehen, so öffnet man dem 
Belieben die Schranken, so findet sich keine 
Gränze mehr, die da zeigte: so weit und nicht 
weiter; so kann Unschuld und Recht, die das 
Gesetz doch schützen soll, unter dem Vorwande 
des Gesetzes selbst, zu Boden getreten werden.! 
Diese heben daher den willen in dem Richter 
auf um der Willkühr vorzubeugen; sie machen 
den Richter zu einer Gesetzmaschiene, so wie 
sich der Kalmücke zu einer Betmaschiene macht. 
Kein Deutscher hat diese Behauptung so weit 
auf ein lächerliches verstandloses Extrem hin¬ 
ausgetrieben, als Quistorp. Denn er verbie¬ 
tet sogar dem Rechtslehrer, in Druckschriften 
ein Strafgesetz zu erklären, verbietet es ihm 
man denke! — bei Gefängnißstrafe und im 
oage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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