Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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nicht unerinnert lassen. Der §. 166, da er 
von der Anzeige der Verbrechen überhaupt 
spricht, könnte leicht den Mißverstand ver= 
anlassen, als wenn er auch von der Anzeige 
noch künftiger Verbrechen handelte. Bestimmt 
würde es heißen: ,so sind Unsre Unterthanen 
„schuldig, alle begangenen Verbrechen, deren 
„Wissenschaft sie erlangt haben, sobald als 
„möglich — anzuzeigen." Jn den Anfangs= 
worten: „da wir überzeugt sind, daß Ge= 
„wißheit der Strafen am besten künftige 
„Verbrechen verhüte", ist das Wort künftig, 
ein Pleonasmus, weil man begangene Ver= 
brechen nicht verhüten kann. Die unterlas= 
sene Anzeige schwerer Verbrechen wird mit 
3 — 6 Wochen Gefängniß, die unterlassene 
Anzeige geringerer mit einem gerichtlichen 
Verweis geahndet (§. 168 — 169). Die Aus= 
drücke geringere, schwere Verbrechen sind 
durchaus relativ und müssen näher bestimmt, 
oder vielmehr, es müssen die Verbrechen an= 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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