Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

18 
Zweytes Kapitel. 
Von der Verbindlichkeit der Richter und der 
richterlichen Auslegung der Gesetze. 
Es gehört zu den vorzüglichsten Rücksichten des 
Gesetzgebers, daß er seine Gesetze über die Will¬ 
kühr seiner Richter erhebe, und es dieser auf 
keine Art möglich mache, unter dem Scheine 
des Rechts diejenigen Regeln sich zu unterwerf= 
fen, welchen sie unterworfen seyn soll. Was 
ist die edelste Gesetzgebung, wenn es der Rich= 
ter in seiner Macht hat, an ihren Verfügun= 
gen zu drehen und zu deuteln; wenn sein Un¬ 
verstand, seine Laune oder sein böser Wille den 
wohlthätigen Fesseln, die das Gesetz seiner 
Willkühr anlegt, beliebig entschlüpfen kann? 
Vorge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer