Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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Richter mit dem gemeinen Rechte nicht so genau 
in diesen Puncten nehmen würden? Das kann 
seyn. Aber ich mag das Recht zu dieser Rech¬ 
nung nicht prüfen. Denn mich schaudert 
wenn ich denke: ein Gesetzgeber rechnet auf 
die Ungerechtigkeit seiner Richter. — Der 
zweite Fehler ist, daß der Verfasser den Fall 
übersieht, in welchem eine Handlung nach 
gemeinem Recht Verbrechen ist und doch 
gar nicht bestraft werden kann — nirgends 
bestraft werden kann. Dieser Fall ist da, wen | | 
an dem Ort der begangenen Handlung durch 
Particulargesetze das gemeine Recht völlig 
aufgehoben und die Handlung straflos ist. 
Wo das gemeine Recht nicht gilt, da ist es 
natürlicher Weise, für mich nicht verpflichtend; 
wenn es mich nicht verpflichtet, so kann ich es 
nicht übertreten; und habe ich es nicht übertre¬ 
ten so kann ich auch keine Strafe leiden. Wie 
wenn an einem gewissen Ort die zwecklosen Ge¬ 
setze des gemeinen Rechts wider den Wucher 
Voage 
Staatsbiblothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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