Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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orts oder des Orts der begangenen That aus= 
zuliefern." 
Könnte es aber auch möglich scheinen, die 
Bestrafung fremder Verbrecher an zubefehlen /= = | | 
würde man doch vorzüglich in Ansehung der Art 
ihrer Bestrafung nicht die Regeln geben dürfen, 
die dieser Entwurf giebt. Sie sind diese zwei: 
1.) Wenn außer Bayern von einem fremden 
Unterthan ein Verbrechen begangen wurde, das 
schon nach gemeinem Recht ein Verbrechen ist, 
so soll dieser, wenn er in Bayern betroffen 
wird, nach gemeinem Recht bestraft werden. 
(§. 6. 8.) 
2.) Jst die That nur eine Ueberschreitung 
eines Particulargesetzes, so wird sie in Bayern 
nicht bestraft. (§. 7.) 
Gegen die lezte Regel ist nichts einzuwen¬ 
den. Aber die erste enthält einen dreyfachen 
Fehler. Man erwäge zunächst, was da alles 
folgt, wenn der bayrische Richter, fremde 
Verbrecher immer nach dem gemeinen Rechte= 
e 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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