Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

Aus allem diesem folgt nun nicht etwa, daß 
der Staat wegen einer solchen Uebelthat seines 
Unterthans ganz unthätig bleiben dürfe. Son¬ 
dern 1) dieser Uebelthäter muß der besondern 
Aufsicht der Polizei unterworfen werden, wel= 
che Aufsicht strenger oder gelinder ist je nach 
der Größe der Uebertretung. 2) Völkerrecht¬ 
liche Rücksichten, nöthigen den Staat auf Ver¬ 
langen des beleidigten Staats zu strafen, selbst 
zu strafen. Denn die Auslieferung des Unter= 
thans an den auswärtigen Staat ist einem er= 
laubten Staatsinteresse zuwider. Aber wie, 
nach welchen Gesetzen ist zu bestrafen? Nicht 
nach den Bayrischen, sondern nach den Ge= 
setzen des Staats, der durch das Verbrechen 
beleidigt ist; denn nur diese Gesetze sind durch 
ein solches Verbrechen übertreten worden. Der 
Bayrische Staat selbst leiht in einem solchen 
Fall nur dem auswärtigen Staat seinen Arm 
zur Ausübung der eigenen Strafgerechtigkeit. 
Aber soll Baiern ohne Ausnahme nach fremden 
Vorsge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer