Full text: Annalen des teutschen Reichs (H. 1 (1793))

verknüpfte Gefahr sehr merkbar zeigen. Dennoch aber 
ist — wie wir noch vor kurzem in einer Schrift gelesen 
zu haben, uns erinnern — ein solcher in seinen Folgen 
gewiß nicht berechneter Satz, wohl eher aufgestellet wor¬ 
den. Wir wollen, um hier wider Plan und Absicht 
nicht zu weitläuftig zu werden, nicht weiter hineinge¬ 
hen und so manches sagen, was jedem von Teutsch 
lands Verfassung in etwas Unterrichteten sich selbst un= 
willkührlich aufdringt. Wir glauben unsern Lesern nur 
schuldig zu seyn, in einer kurzen Uebersicht vor Augen zu 
legen, was in der unter Seinem hoͤchsten Oberhaupte ver¬ 
sammelten Versammlung der Staͤnde des Reiches in 
den zurückgelegten ersten drey Monathen dieses Jahres 
vorgegangen sey. Es scheinet jedoch nothwendig zu 
seyn, zuvorderst etwas von jenen im vorigen Jahre sich 
ereigneten Auftritten zu erwähnen, welche, so zu sagen, 
Vorläufer aller dieser Beschäftigungen waren. Teutsch= 
land verlohr auf eine so schnelle als unerwartete Art 
am ersten Mäͤrz Seinen Kaiser, von Dessen Weisheit, 
Gerechtigkeit und Menschenliebe es sich noch lange die 
segnendsten Früchte versprach. Er selbst war so glück 
lich gewesen, waͤhrend der nur zweyjaͤhrigen Regierung 
Seiner Erbstaaten, einen bey der Annahme des Scep= 
ters vorgefundenen blutigen Krieg durch einen, den 
Umständen nach, allerdings rühmlichen Frieden zu been¬ 
digen, ein anderes drohendes Ungewitter durch weis¬ 
heitsvolle Nachgiebigkeit abzuleiten und in denjenigen 
Ländern, in welchen Zwietracht und Insurrection, un= 
ter der Regierung Seines verewigten Bruders, ihr Haupt 
erhoben hatten, durch Güte, Edelmuth und gefaßte 
Standhaftigkeit, Ruhe, Ordnung und so viel thun= 
lich — denn in den Niederlanden zeigten sich gegen die¬ 
sen wahren Vater Seines Volkes (diesen Nahmen ver¬ 
dient Er gewiß) immerfort undankbare Untertha¬ 
nen — innern Frieden wieder herzustellen. Seiner 
Poli= 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer