Full text: Annalen des teutschen Reichs (H. 3 (1793))

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erklärte 1717, nicht gar lange vor seiner Vermaͤhlung mit 
der Josephinischen Erzherzogin Marie Jo¬ 
sephe (97), diesen seinen Uebertritt öffentlich. Von 
dieser Zeit an, sind die Regenten dieses Hauses immer 
der Römisch=Katholischen Religion zugethan gewesen. 
Allein die Sache ist bekanntlich eine bloße Personalsache, 
die alle übrigen Verhältnisse nicht ändert. Wiederholte 
Versicherungen, mit dem Kurfürstlichen Worte bekräfti¬ 
get, schützen die Kirchen des Landes und die Gerecht¬ 
— wir 
same derjenigen Religion, welche in Sachsen 
wollen das einmal gewählte Wort beybehalten — die 
herrschende ist. Der Evangelische Kirchenrath besorgt 
alle Ecclesiastica und ist unmittelbar, dem gleichfalls aus 
lauter Evangelischen Mitgliedern bestehenden geheimen 
Consilium, unterworfen. Dem jetzigen Kurfürsten ge¬ 
reicht es besonders zum Lobe, daß er die edelmuͤthigsten 
und tolerantesten Gesinnungen, mit einer persönlichen 
strengen Anhänglichkeit an die Religion, zu der er sich 
bekennet, zu verbinden weis. Auch als Christ betrach¬ 
tet, ist Er, wie in Seinem ganzen häußlichen und Pri¬ 
vatleben, für seine Unterthanen ein so erweckendes, als 
erbauliches Muster. Uebrigens ist man in Sachsen 
sehr tolerant. Man weis wie unendlich viel Böses da¬ 
durch geschehen ist, daß ein Mensch dem andern vor= 
schreiben wollen, was und wie er glauben solle. So= 
wohl 
Josephinischen Erzherzogin zu stan¬ 
mählung mit der 
Pater Salerno ging dieserhalb zuerst 
de zu bringen. 
nach Wien. 
(97) Sie erlebte noch die traurigen Zeiten des siebenjährigen 
Krieges und die damaligen Unglücksfälle sollen auf ihre 
Gesundheit sehr stark gewirket haben. Sie starb den 17. 
November 1757 im acht und funfzigsten Jahre ihres Alters. 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlit
	        
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