Full text: Annalen des teutschen Reichs (1794, Aprilh. (1794))

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„den höchsten Tribunalen des Römischen 
„Reichs, ohnedem gewöhnlichen Stylo, ob¬ 
„schon numero imparia, doch pondere 
„aequalia mit den übrigen seyn sollten." 
Die seinem Sohne und Nachfolger Pfalzgraf Theo= 
dor — Großvater des jetzigen Kurfürsten — auf den 
Fall, wenn er selbst seinen Vorsatz auszuführen behin= 
dert wuͤrde, empfohlene Aufrichtung eines eigenen 
Evangelischen Konsistoriums, kam nicht zu 
Stande. Der Erbprinz sahe dieß als eine schad¬ 
liche Neuerung an 
— so drückt sich sein Va |= 
ter wenige Zeit vor seinem Ableben, in einem an die 
Staͤnde des Landes erlassenen Reskript vom 7. April 
1708 aus. Der Prinz versprach daher in einem eige= 
nen Reverse von eben dem Dato seinem ehrwuͤrdigen Va¬ 
ter und allen seinen Unterthanen, bey Fuͤrstl. Worten: 
„die simultanische Religion und derselben 
„Gebrauch, wie solche unter seinem Vater 
„gewesen, zu schützen, auch die Regierung 
„mit zweyen der Augsburgischen Konfes¬ 
„sion zugethanen Räthen und einem ka- 
„pablen Subjekt zur Führung des Proto¬ 
„kolls zu besetzen. Die Landstände — o wie ha¬ 
ben sich die Umstände im Sulzbachischen geändert¬ 
nahmen jene Erklaͤrung bedingungsweise an und behielten 
sich, auf den entgegen gesetzten Fall ihre 
Gerechtsame nach dem Westphälischen Frie¬ 
den bevor. Schon lange vorher hatte gedachter 
Pfalzgraf Theodor, eine Religionsversicherung aus¬ 
gestellet, so wie auch der nachmalige Kurfuͤrst von Pfalz, 
Johann Wilhelm, auf den Fall der Successionser- 
ledigung eine ähnliche Akte schon unterzeichnet hatte. 
Aus allen diesen von dem Verfasser dieser Abhandlung 
woͤrtlich eingeruͤckten, obschon laͤngst bekannten Dokumen¬ 
ten und aus dem ganzen Vorgange, nicht weniger auch 
aus der von dem gegenwärtigen Kurfürsten 1784 gegebe¬ 
nen 
Vorag 
Staatsbibliothel 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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