Full text: Magazin für Kirchenrecht und Kirchengeschichte (Bd. 1, St. 2 (1779))

XII. Ueber die Ehen der ersten Christen. 287 
Blutschande nicht unter sich geduldet. Auf was für 
Ehen aber sie diesen Begriff ausgedehnt, läßt sich 
schlechterdings nicht bestimmen. Jch übergehe also 
alle übrige Fragen, die man hier noch machen könn= 
te, mit Stillschweigen, weil ich den Leser nicht mit 
Muthmassungen, die auf gar keinen historischen 
Grund gebaut werden können, aufhalten will. 
Jm IVten Jahrhundert findet man schon Ver= 
ordnungen auf Kirchenversammlungen über diesen 
Gegenstand. Auch kaiserliche Gesetze trift man in 
diesem Jahrhundert in Ansehung der verbotenen 
Ehen an. Eben so findet man auch bey Privat= 
Schriftstellern manches hievon. Jch will nun alles 
hieher gehörige kurz erzehlen. 
Jn dem 19ten Apostol. Canon wird zuerst die 
Ehe mit des Bruders Tochter und verstorbenen 
Frauen Schwester in so fern verboten, daß der= 
jenige, welcher eine solche Ehe eingehen würde, von 
der Clerisey ausgeschlossen werden sollte. (29) 
Auf der Kirchenversammlung zu Elvira in Spa= 
nien, die wahrscheinlich im J. 305. gehalten wur= 
de, kommen zwey hieher gehörige Canonen vor. 
Jm 61sten Canon wird die Ehe mit der verstorbenen 
Frauen=Schwester mit fünfjährigem Kirchenbann be= 
legt, 
(29) Canon Apost. XVIIII. Harduini Conc. T. 
I. p. 14. 35. „Qui duas in conjugium sorores 
„acceperit, vel filiam fratris non potest esse 
„Clericus. 
Vortage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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