Full text: Sammlung Einiger Staats-Schriften, Welche nach Ableben Kayser Carls des VI. zum Vorschein gekommen Und die gegenwärtige wichtige Staats-Angelegenheiten von Teutschland betreffen (Bd. 2 = St. 13/24 (1741/42))

Satz nicht um, sondern muͤssen selbigen viel¬ 
mehr bestaͤttigen. Dann daß Henricus, Her¬ 
zog von Caͤrnthen, wegen seiner Heyrath mit 
der aͤlteren Schwester, Anna, die Cron zuerst 
selber ergriffen, das Land aber bey Ankunft des 
von seinem Kayserlichen Herrn Vater unter= 
stützten Rudolphi Austriaci gleich wiederum 
verlassen, nach dessen Tod zum zweytenmal sich 
in Possession gesetzet, und, ob er gleich Joanni 
Luxenburgico weichen mußte, und weder von 
dem Kayser und dem Reich, noch von dem 
Land selber, wegen seiner uͤblen Regierung ge¬ 
duldet wurde, nichts destoweniger von seiner 
Prætension auf das Königreich Böͤhmen, so 
gar nach dem Tod seiner ohne Kinder verstor¬ 
benen Gemahlin, Anna, und seiner anderwaͤr¬ 
tigen Vermaͤhlung, nicht abgelassen, sondern 
noch Fridericum pulchrum Austriacum wi¬ 
der den von Joanne Luxenburgico miterkohr¬ 
nen Ludovicum Bavarum erwaͤhlet hat, ist 
vielmehr ein neuer Beweiß, wie kraͤfftig man 
dazumal das Erb=Recht derer Toͤchter, und 
das darauf gegruͤndete jus uxorium gehalten 
hat. Eben so wenig kan der Haupt=Sache 
dadurch etwas benommen werden, daß die 
dritte Schwester, Margaretha, Boleslai III. 
zu Brieg Gemahlin, wann sie gleich wuͤrcklich 
aͤlter, als die Elisabeth, und damals noch im 
Leben gewesen ist, entweder aus Furcht vor dem 
Kayser, oder wegen des der aͤltesten Schwester, 
Annä, nicht zu disputiren geweßten Vorzugs, 
sich gar nicht gereget hat, sondern, wie die 
Historie 
A5 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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