Full text: Sammlung Einiger Staats-Schriften, Welche nach Ableben Kayser Carls des VI. zum Vorschein gekommen Und die gegenwärtige wichtige Staats-Angelegenheiten von Teutschland betreffen (Bd. 2 = St. 13/24 (1741/42))

ad pag. 1120 
Kurtze Verzeichnüß 
Derer hier ausgeführten, unter denen Ertz=Herzogen von Oesterreich jederzeit beobachteten gleichen Länder=Theilungen. 
N.I. 
RUDOLPHUS I. 
Römischer Kayser 
Verleyhet seinen beyden Söhnen Herzog Albrechten und Herzog Rudolphen die Oesterreichische Lande gesamter und mit gleichen Rechten: so, daß auch auf gewisse Bedingnisse 
die Regierung gemein seyn solle. 
RUDOLPHUS II. 
N.II. 
ALBERTUS Römischer Kayser 
Unter K. Alberti Söhnen hat Fridericus Pulcher Oesterreich, Leopoldus Schwaben, Otto Kärnthen bekommen, 
nachdeme aber alle Drey ohne Erben verstorben, sind die Lande wiederum in Alberto Sapienti vereiniget worden. 
OTTO Audax. 
N.III. KUDOLPHUS II, FRIDERICUS Pulcher. 
ALBERTUS Sapiens. 
LEOPOLDUS Gloriosus. 
Dieser machte unter seinen vier Söhnen a. 1355. die Verordnung, daß Selbige, der Aeltiste 
wie der Jungste, und der Jungste, wie der Aeltiste in der Regierung Eins bleiben solten, 
welche Verordnung auch a. 1364. unter ihnen einhellig bestättiget worden. 
ALBERTUS III. eum Trica 
N.IV. RUDOLPHUS IV. 
FRIDFRICUS III 
LEOPOLDUS III. 
Nach dem Tod der beyden ältern Brüdern Rudolph und Friedrichs traten a. 1373. Leopold und Albrecht zur Theilung. Wo denn diesem, nemlich dem Jüngeren, 
Albrecht, das Herzogthum Oesterreich unter= und ob der Ens und in Steyer; Herzog Leopolden hingegen die übrige Lande zu Theil worden. Anno 1375. wurde 
die Theilung fast auf gleiche Art wiederhohlet. Weiter wurde a. 1176. von Herzog Leopolden bedungen, daß ihm Herzog Albrecht, eine Theilung, NB. mit Loß 
thun solte; und geschahe also die Theilung ad partes æquales: so gar, daß auch die Haupt= und Residentz=Stadt Wien nicht ausgeschlossen worden. Die a. 1379 
abermahlen vorgenommene gleiche Theilung hat K. WENCESLAUS pro majori firmitate, und damit auch die Nachkommen wissen solten, daß unter denen Herzogen 
in Oesterreich keinem ein Vor-Recht vor dem andern gebührete, bestättiget: wie beyde Herzoge auch in ihren Testamentis gethan. 
ALBERTUS IV. 
N.V. 
WILHELMUS 
ERNESTUS Ferreus. 
FRIDERICUS 
LEOPOLDUS. 
Zwischen diesen, und ALBERTI III. nachgelassenen Sohn ALBERTO IV. sind abermahlen 2. 1386. 1395. 1396. 1402. 1404. verschiedentliche Länder=Theilungen geschehen: wobey jederzeit auf die Gleichheit angetragen worden. 
Eod. 2 1404. 1406. 1417/ werden sonderlich unter LEOPOLDI III. Söhuen die Lande zu gleichen Theilen getheilt, und gleiche Regierung beliebt; wie solches allhier umständlich dargethan wird. 
ALBERTUS V. Röm. Kayser. 
N.VI. SIGISMUNDUS 
ALBERTUS Frodigus. 
FRIDERICUS Röm. Kayser. 
bekommt Tyrol. 
Hatten viele Händel wegen der Länder=Theilung, theils unter sich, theils mit Herzog Sigismunden. Und als K. Friedrich sich eines Vorzugs 
LADISLAUS 
anmassete, setzte sich Herzog Albrecht heftig dargegen, und behauptete, wie Er sich eines Vertrags, wo die Theilung verbotten wurde, nicht 
Posthumus. 
erinnerte. Nach vielen Theilungen de a. 1435. 1444. 1446. 1453. 1458. bekam K. Friederich das untere Herzogthum, Herzog Albrecht 
das Obere Oesterreich, Herzog Sigismund einen Theil von Kärnthen und Tyrol. Die Stadt Wien bliebe in Gemein, und hatte 
ein jeder seine Burg daselbsten, bis MAXIMILIANUS wieder alles bekam. 
MAXIMILIANUS I. Röm- Kayser. 
PHILIPPUS. 
FERDINANDUS I. Rom. Kayser. 
CAROLUS V. Röm.Kasser. 
N. VII. Beyde succediren Krafft des Groß=Vätterlichen Testaments zu gleichen Theilen, weilen jedoch Carl der v. die gantze Spanische Monarchie samt denen Niederlanden erhalten, trate Er seinem Hrn. Brudern Ertz=Herzogen, nachmahlen 
Römis. König und Kayser Ferdinand durch verschiedene Verträge de a. 1521. 1522. 1540. alle die Teursche Oesterreichische Lande pleno jure ab; also, daß die Lande jetzo wiederum unter ein Haupt gekommen. 
CAROLUS in Steyermarck. 
FERDINANDUS in Tyrol. 
MAXIMILIANUS II. Rom. Kayser. 
N. VIII. Was König oder Kayser Ferdinand wegen deren Erb=Landen in seinem Testament verordnet, davon siehe die jüngsthin in Druck ausgegangene Gründliche Rechts=Ausführung der Chur=Bayerischen Gerechtsamen; Ein Recht der 
Erst=Geburt getrauete Er sich gegen die bisherige Observantz, darinnen nicht einzuführen: ordnete deshalben noch vor seinem Tod a. 1554 eine gleiche Länder=Theilung; worunter jedoch des altisten MAIMILIAN Antheil am 
wenigsten ertragen. 
LEOPOLDUS. 
FERDINANDUS II. Röm. Kays. 
CAROLUS 
ANDREAS. 
RUDOLPHUS Röm. Kays. 
MATHIAS Röm. Kays. 
Die Länder=Theilung hat unter allen diesen Ertz=Herzogen, bis daß selbige in LEoPOLDO vereiniget worden, immer Platz gefunden; Wobey noch zu mercken, daß als Herzog Ferdinand in Tyrol a. 1595. ohne Successions-fähige Er= 
N.IX. 
ben verstorben; zwischen MAKIMILIANI II. und CAROLI Styriaci Herren Söhnen wegen deren erledigten Landen Streit entstanden: da Jene selbige unter einem Haupt zu regieren verlangt: Diese hingegen auf die Theilung 
provociret, weilen sonderlich das Privilegium FRIDERIeI I. per non usum, contrarios actus, subsecutas & reiteratas divisiones beym Hauße Oesterreich aufgehebt, und die Theilung von FaRDINANDO I. selbsten gemach 
worden: welchem zufolge auch endlich die gemeinschafftliche Regierung bis auf Verlöschung des MAXIMILIANI II. Manns=Stammes beliebt wurde. 
Statsh. 
Max-Planck-Institut für
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer