Full text: Teutsche Staatskanzley / Deductions- und Urkunden-Sammlung (Bd. 2 (1786))

weit größere Hartnäckigkeit und Hize bezeigen wer¬ 
de, da er es sich zu einer Pflicht der Ehre und der 
Gerechtigkeit halten wird, sich noch darzu für die 
an seinem Gesandten geschehene Vergreifung zu rä= 
chen. Auch in civil=Angelegenheiten, die auf der 
einen Seite blos die eigne Person des Gesandten, 
und auf der andern blos die Personen und Güter 
der Unterthanen des Staats, worinn er sich auf= 
hält, betreffen, wird gegen einen Gesandten das 
Recht nicht nur eben so gut durch die Gerichtbar¬ 
keit seines Herrn, als durch die vom Staat, an 
den er gesendet ist, sondern noch leichter durch je¬ 
nen, als durch diesen erhalten werden können, da 
sowohl in Ansehung der Personen, als der Güter 
und des Vermögens der Gesandten jener weit mehr 
und weit wirksamere Mittel, als dieser, in Händen 
hat. Man fordert also nicht, daß eines Gesandten 
Thaten gleichgültig, oder wohl gar mit dem Scha¬ 
den anderer allein für ihn vortheilhaft, daß seine 
Contracte für ihn unverbindlich und für die Unter¬ 
thanen des Staats, worinn er lebt, allein verbind= 
lich, daß seine Vergehungen unstrafbar seyn sollen. 
Die Frage ist nur davon: wer in allen diesen Fäl¬ 
len der rechtmäßige Richter sey? Und wenn ein¬ 
mal die Unterthanen eines Staats wissen, daß ein 
fremder Gesandter die Gerichtbarkeit ihres Landes¬ 
herrn nicht anzuerkennen habe, sondern blos der 
Gerichtbarkeit seines Herrn unterworfen sey, sich 
aber dennoch mit fremden Gesandten in Händel, 
Geschäfte und Contracte einlassen; können sie sich 
mit 
Max-Planck-Institut für
	        
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