Full text: Teutsche Staatskanzley / Deductions- und Urkunden-Sammlung (Bd. 2 (1786))

oder nicht befolgen könne, wie es wolle, sondern 
es beruhet auf dem, was aus vernünftigen Grün¬ 
den der Gebrauch bey allen, und zwischen allen 
Völkerschaften eingeführt hat, und von welchem 
sich keine, ohne vorgängige ausdrückliche und klare 
Erklärung ihres gegentheiligen Willens, nach Will¬ 
kühr allererst bey jedem eintretenden einzelnen Falle 
frey und ledig halten kann. 
Bynkershoeck Ch. III. §. 11. Ch. VIII. §. 4. Ch. XX. 
§. 7. XXIV. §. 10. 
Nun ist dargethan, (§. 21. 22. 23. 24.) daß aus 
den wesentlichsten und das Wohl und Wehe der 
Völker in sich begreifenden Ursachen die Unabhän= 
gigkeit der Gesandten an dem Ort ihrer Gesandt¬ 
schaften bey allen Völkern Rechtens und Herkom= 
mens geworden ist. Jede Völkerschaft ist dann 
hieran gebunden, so lang sie nicht gut findet, durch 
eine ausdrucklich erklärte Absonderung sich von einem 
Rechte los zu sagen, das so sehr mit dem Wesen 
und der Wohlfarth der Staaten verknüpfet ist. 
Und gewis zu einem so bedenklichen Schritt wird 
sich kein Volk durch die Besorgnisse des Coccejt 
verleiten lassen. Es wird zuerst den Gewinn und 
Verlust abwägen, welcher dabey für dasselbe her¬ 
aus kommen würde. Und da würde ein solches 
Volk, weil dargethan ist, daß die fremde Gericht¬ 
barkeit über Gesandten mit den allerersten und al¬ 
lerwesentlichsten Begriffen von Gesandtschaften strei= 
tet, §. 24. sich auf der einen Seite um das Mit¬ 
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Max-Planck-Institut für
	        
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