Full text: Teutsche Staatskanzley / Deductions- und Urkunden-Sammlung (Bd. 10 (1795))

diesen Gründen werde ich dies mein Gutachten 
mit aller mir möglichen Unbefangenheit herleiten, 
und mit ihnen mag es stehen oder fallen. 
Daß die Bande, welche den deutschen Staats¬ 
körper bisher zusammen halten, in sich so schlaff 
sind, daß die Reichsgesetze so unvollständig sind, 
und in vielen Stücken sich so sehr widersprechen, 
daß zu jedem Verfahren des Mächtigern zum 
Nachtheil des Mindermächtigen sich leicht der 
Vorwand findet, darf ich nicht an diesem Ort 
zuerst beweisen. 
Doch haben dieselben bis jezt noch nicht alle 
Kraft verloren. Noch ist der deutsche Staatskor¬ 
per nicht so aufgelöset, wie uns ein sorgenvoller 
Blick in die Zukunft befürchten machen möchte, 
daß er es werden könne. Noch entschuldigt keine 
erweisliche Nicht-Observanz den Reichsstand oder 
dessen Richter, welcher derselben zuwiden handelt 
oder entscheidet. Noch darf jeder billige unbefan¬ 
gene Richter auf Reichs= und Kreisverfassung zu¬ 
rück sehen, und jeder, an der Discussion eines 
solchen Vorfalls, wie der vorliegende ist, Theil¬ 
nehmende darf sich auf dieselben ohne Scheu und 
Menschenfurcht berufen. 
Ich werde zuvörderst die wichtigsten Stellen 
aus denjenigen Reichsgesetzen hier einschalten, auf 
welche 
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Max-Planck-Institut für
	        
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