Volltext : Abhandlungen und Materialien zum neuesten deutschen Staatsrechte und Reichsgeschichte des Jahres ... seit dem Absterben des letzten Churfürsten von Bayern Maximilian Josephs (Th. 3. 1778 (1778))

nehmen  würden.  Die  Widerspruͤche,  welche  der
Berliner  Hof  gegen  diese  Convention  vom  3.  Januar -
  erreget  hat,  und  nun  mit  Gewalt  der  Waffen -
  zu  behaupten  sucht,  sind  von  zweyerley  Gattung, -
  so  wie  die  Eigenschaft,  in  welcher  dieser  Hof
die  Waffen  ergriffen  hat,  seinem  Angeben  nach
gleichfalls  zweyfach  ist.  Er  widerspricht  und  fuͤhrt
Krieg  als  Chur-  und  Reichsfürst,  als  Garant
des  Westphälischen  Friedens,  der  Wahlcapitula  |=tion -
  und  der  ganzen  Reichsverfassung,  und  warum? -
  Weil  diese  letztere  gaͤnzlich  zerstoͤret  werden
würde,  wenn  die  Convention  vom  3.  Januar  statt
haben,  und  die  entworfene  Theilung  von  Bayern
zu  Stande  kommen  sollte.  Er  widerspricht  und
führt  Krieg  als  Freund  und  Bundesgenosse  des
Herrn  Churfürsten  von  Sachsen,  und  der  Herren -
  Herzoge  von  Zweybrücken  und  Mecklenburg,
und  warum?  Weil  alle  diese  seinen  Beystand  angesuchet -
  haben.  Ob  die  ganze  Reichsverfassung
über  den  Haufen  gehe,  wenn  das  Haus  Pfalz  einen -
  Strich  Landes  von  ohngefähr  einer  Million
Einkünfte  weniger,  und  das  Erzhaus  einen  solchen -
  Strich  mehr  hat;  dieses  will  man  dem  gesunden -
  Menschenverstande  lediglich  zu  entscheiden  uͤberlassen. -
  So  viel  bleibt  inzwischen  gewiß,  daß  die
Erörterung  der  Frage:  Ob  bey  irgend  einer  Angelegenheit -
  die  ganze  Reichsverfassung  leide,  und
der  Gefahr  des  Umsturzes  ausgesetzt  sey,  oder
nicht?  von  einem  einzigen  Reichsstande  allein  unmöglich -
  abhangen  kann.  Wenn  also  der  Berliner
Hof  in  der  von  ihm  angegebenen  ersten  Eigenschaft, -
  in  welcher  er  die  Waffen  ergriffen  hat,
nicht
Max-Planck-Institut  für
            
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