Full text: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1840, Bd. 3 (1840))

Notizenblatt. 
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Andere Freyhöfe schreiben ihren Ursprung von obrigkeitlichen Begün¬ 
stigungen her, indem sie von den Obrigkeiten aus obrigkeitlichen oder 
unterthänigen Gründen gestiftet, und unter gewissen Befreyungen, z. B. 
von der Roboth, von Zinsen, von der Einquartirung, von der Steuer rc. 
oder mit gewissen Vorrechten, z. B. mit dem Schank= und Jagdrechte, 
dagegen aber auch mit gewissen Verbindlichkeiten, als z. B. einen gerüste¬ 
ten Mann zu dem Zuzuge der Obrigkeit zu stellen, Zehend, Zinse, Ver¬ 
änderungsgebühren derselben zu zahlen, mit ausdrücklicher Benennung 
als Freyhöfe überlassen worden sind. 
Diese Freyhofsbesitzer oder Freysassen unterschieden sich sehr von den 
blos befreyten Unterthanen; der Titel » Freybauern," in früherer Zeit 
sehr oft synonim mit jenem der »Freysassen" gehalten, scheint erst aufgekom¬ 
men zu seyn, als die Freyhöfe mehr und mehr aus dem Besitze des Adels 
und ansehnlicher Honoratioren kamen. 
Sie waren sehr häufig, und auch noch im 17. und zu Anfang des 
18. Jahrhundertes, im Besitze von höheren Standespersonen*), von 
Stiftern, Klöstern und Seminarien. 
Der Unterschied zwischen landtäflichen Freyhöfen und Burg¬ 
rechtshöfen ist jedoch uralt, da die Einlage in die Landtafel nur in 
Folge einer » Macht" oder eines Privilegiums geschah, die nicht in der 
Art privilegirten Höfe aber bei dem obrigkeitlichen Burgrechte und Grund¬ 
buche blieben. 
Schon der Landtagsschluß zu Brünn 1583 erwähnt der freyen und 
erblichen Höfe, welche die Herren und Ritterpersonen auf Jemandes Grund 
haben und halten und in die Landtafel nicht eingelegt sind. 
Derselbe bestimmt, daß, im Falle Waisen solcher Personen aus den 
Herren oder vom Adel zurückbleiben, ihre Freyhöfe von dem Rathe des 
Ortes mit Vorwissen und Rath der Obrigkeit bis zur Großjährigkeit der 
Waisen administrirt werden sollen, während nach altem Gebrauche der 
Landeshauptmann die Prätiosen und das Persönliche zu besorgen habe. 
Weiter verfügt dieser Landtagsschluß, daß alle diese Frey- und erblichen 
Höfe bey ihren Freyheiten und Erblichkeiten, wie ihre Privilegien aus¬ 
weisen, verbleiben, ihre Besitzer, weil die Höfe nicht in die Ländtafel 
einverleibt sind, bloß rücksichtlich ihrer Person vor das Landrecht geladen 
werden, die Höfe aber mit allen Zugehörungen, Gründen und Sachen 
un 
*) Z. B. der Familien Bukuwky, Hoditz, Skrbensky, Sedlnitzky, Zial= 
kowsky, Breuner, Podstatzky, Bartonides, Odkolek, Dubsky, Walldorf, 
Chotsky, Zeletzky, Zablatzky, Zieranowsky, Zahradetzky, Ogylvi, Olbra- 
mowitz, Zastrzizl, Drahanowsky, Brabansky, Kobilka, Sack, Makodey, 
Haßlauer, Selb, Bojakowsky, Kunowsky r. | | 
Max-Planck-Institut für
	        
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