Full text: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1840, Bd. 3 (1840))

Notizenblett. 
242 
105. 
Hofkammerdecret vom 12. July 1839, 3. 199834 (Umlauf¬ 
schreiben der k. k. Niederösterr. vereinten Cameral=Gefäl¬ 
len=Verwaltung vom 28. July 1839). 
Bestimmung des Zolles auf Zmascheln. 
Zur Beseitigung der ungleich mäßigen Zollbehandlung, jener 
Lammfelle, welche unter der Benennung: gemeine rohe Zma¬ 
scheln, im Handel vorkommen, und von welchen gegenwärtig der Ein¬ 
gangszoll bald mit 50 kr., bald mit 25 fl. für den Centner einge¬ 
hoben wird, hat sich die hohe k. k. allgemeine Hofkammer bestimmt gefun¬ 
den, die dießfalls bestehenden Tariffssätze folgender Maßen zu erläutern: 
Der Zolltariff theilt die Schaf=, Schöpsen= und Lammfelle zunächst 
in gemeine (Post 165) und in feine (Post 170). Für beide Gattungen 
bestehen, wenn sie bearbeitet sind, eigene Zollsätze (167 und 171), und 
für die gemeinen ist in dem Zollsatze 166 ein besonderer begünstigter 
Zoll für den Fall ausgesprochen, wenn dieselben bloß gesalzen oder in 
halbgearbeitetem Zustande vorkommen. 
Unter den feinen Lammfellen begreift der Zolltariff nicht die 
Felle von den feinwolligen Lämmern, wozu vorzugsweise die Lämmer 
der Merinos=Schafe gerechnet werden müßten, sondern die Felle von kur¬ 
r, glänzender und dauerhafter Wolle von grauer, brauner oder schwar¬ 
zer Farbe, welche von Lämmern aus den südlichen und östlichen Gebirgs¬ 
ländern des russischen Reiches und aus den asiatischen Provinzen abstam¬ 
men, zu Pelzwerk besserer Art dienen, und im Handel unter den Ausdrü¬ 
cken Krimmer, Astrakan und Baranken vorkommen. 
Mit der Benennung: »Zmascheln" bezeichnet der Kürschner und 
Rauchwaarenhändler die Felle aller Lämmer, gemeine oder feine 
welche geschlachtet wurden, während sie noch an den Müttern saugten 
und ehe ihre Wolle durch den Genuß von festerm Futter stärker und sprö¬ 
der geworden ist. 
Demgemäß gibt es eben sowohl feine als gemeine Zmascheln, und 
es ist unrichtig, wenn dieser Ausdruck bloß auf die feinen Lammfelle bezo¬ 
gen, und wenn für alle unter dieser Benennung vorkommenden Felle der 
Zoll von 25 fl. für den Centner, wie von Seite einiger Zollämter gesche¬ 
hen ist, eingehoben wird. 
Der Ausdruck Zmascheln ist demnach dem Ausdrucke: Lammfelle 
in zollämtlicher Beziehung gleich zu halten, und aller Unterschied beruht 
zunächst darauf, ob dieselben zu den gemeinen oder zu den feinen ge= 
hören, und als solche erklärt werden, sodann ob sie im rohen oder im 
bearbeiteten Zustande vorkommen, welch letzterer bey den gemeinen 
Lammfellen noch in eine besondere Abstufung für die gesalzenen und halb¬ 
gearbeiteten zerfällt. 
Wenn also Lammfelle mit der Erklärung: rohe gemeine Zma¬ 
scheln vorkommen, und als solche befunden werden, so ist hierfür der 
Eingangszoll von 50 kr. für den Centner netto einzuheben. 
Max-Planck-Institut für
	        
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