Full text: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1832, Bd. 2 (1832))

Fischer: über den Beweis. 
47 
XIX. 
Beyträge 
31 
der Lehre vom rechtlichen Beweise. 
Vom 
Herrn D. Franz Fischer, 
ordentl. öffentl. Professor der Rechte an der k. k. Universität 
zu Prag. 
Etwas über die Beweislast überhäupt, und die 
einer Negativa insbesondere. 
Es würde der Streit, welchen Theil die Beweislast über 
ein im Processe streitiges Factum treffe, und insbesondere der 
über die Beweislast einer Negativa, oft vermieden worden 
seyn, hätte man immer folgende zwey Fragen gehörig unter¬ 
schieden: 1.) Hat derjenige, der etwas Thatsächliches, es sey 
affirmativ oder negativ, im Processe anführt, es zu beweisen, 
um den Richter von der Wahrheit seiner Anga¬ 
be zu überzeugen? — 2.) Hat derjenige, der etwas 
Thatsächliches, es sey affirmativ oder negativ, im Processe 
anführt, es zu beweisen, um ein obsiegliches Urtheil 
zu erhalten? — Ohne gehörige Sonderung dieser zwey 
Fragen geschieht es sehr leicht, daß bey einem Streite über 
die Pflicht zur Beweisführung beyde Theile Recht haben; ein 
jeder in anderer Rücksicht. 
Die Gerichtsordnung legt demjenigen, der ein Factum im 
Processe anführt, er sey Kläger oder Geklagter, die Pflicht der 
VIII. 
Max-Planck-Institut für
	        
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