Full text: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1832, Bd. 2 (1832))

Max-Planck-Institut für 
Hauptblatt. 
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bedenkt, mit welchem Widerstreben der Gesetzgeber nach seinen 
eigenen Erklärungen dort, wo ihm die unabweisliche Nothwen¬ 
digkeit dieses zu erheischen schien, von dieser Strafart Gebrauch 
macht. Man lese in dieser Beziehung den achten Absatz des 
Kundmachungs=Patentes zum Strafgesetzbuche und das dazu 
gehörige Circular vom J. 1803 (bey Borschitzky, S. IX). 
Wenn es nun wahr ist, daß im Falle des Standrechtes 
wegen gehäufter Pestvergehen nur jene Uebertreter zum Tode 
verurtheilt werden können, welche mit bösem Vorsatze gehandelt 
haben; wenn ferner böser Vorsatz nach unserer Strafgesetzge= 
bung nur denjenigen zugerechnet werden kann, welche zur Zeit 
der begangenen Uebertretung bereits das vierzehnte Jahr ihres 
Alters zurückgelegt haben; so kann auch nicht weiter gezweifelt 
werden, daß ein wegen eines Pestvergehens vor das Standrecht 
gestellter Unmündiger von demselben in keinem Falle zum Tode 
verurtheilt werden darf. Es kann ihn nur die ordentliche, für 
diese Art von Vergehen bestimmte Strafe treffen, wenn er an¬ 
ders bereits das zehnte Jahr seines Alters zur Zeit der began¬ 
genen Uebertretung vollendet hatte.
	        
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