Full text: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1832, Bd. 2 (1832))

Max-Planck-Institut für 
Hauptblatt. 
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Bey Einwendungen dieser Art muß man sich aufgefordert 
finden, auf die Grundbegriffe zurück zu gehen und dieselben fest 
zu halten, damit ihre Verwechselung den ganzen Stand der 
Frage nicht verrücke. 
In den 9. 424, 425, 431, 436, 441, 445, 440, 451, 
481, 819 und 1126 hat das a. b. G. B. für sämmtliche ding¬ 
liche Rechte den Grundsatz fest gestellt, daß zu ihrer Erwerbung 
ein Erwerbungs=Titel und eine Erwerbungsart 
erforderlich seyen. Wie der Titel in Rücksicht der Hypothek 
erlangt werde, ist in den §§. 449 und 450 bestimmt, und der 
§. 451 erklärt, daß, um die Hypothek wirklich zu erwerben, 
der mit einem Titel versehene Gläubiger seine 
Forderung auf die zur Erwerbung des Eigenthumes liegender 
Güter vorgeschriebene Art (§. 431) einverleiben lassen müsse 
da die Einverleibung von dem Gesetze als die Erwerbungs¬ 
art, welche die natürliche Uebergabe zu vertreten hat, aner¬ 
kannt wird. Es wird hier also auf die Beantwortung der Frage 
ankommen, ob die Grundbuchsverfassung — wegen Versicherung 
des Kaufschillings —eine Abweichung von den Vorschriften des 
a. b. G. B. in Beziehung auf den Titel, oder in Beziehung 
auf die Erwerbungsart, oder gar in Beziehung auf Bey¬ 
des nothwendig machen soll. Das letzte würde eben der Fall 
seyn, wenn die angeführte Anordnung der alten Gesetze zu Folge 
Hofdecretes vom 24. December 1814, — wörtlich aus des Hrn. 
Appellations=Vicepräsidenten Rittters v. Pratobevera 
Materialien, VIII. Bd., S. 319—320, abgeschrieben. Man 
wurde sich aber sehr irren, wenn man glauben wollte, daß die 
selbe in diesem letzten Werke dazu bestimmt wäre, zu zeigen, 
daß die Vorschriften des a. b. G. B. in Beziehung auf das 
Materielle des Pfandrechtes, nähmlich auf die Bedingungen, 
unter welchen der Titel zum Pfandrechte erlangt wird, un¬ 
vollständig geblieben wären, und durch Tabulargesetze ergänzt 
werden müßte. Dort hat man hierdurch nur von den Vorschrif¬ 
ten über das Formelle, das ist über die Erwerbungs¬ 
Art, sprechen wollen, und in dieser Beziehung ist alles Ge¬ 
sagte vollkommen richtig.
	        
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