Full text: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde (Jg. 1832, Bd. 2 (1832))

Hauptblatt. 
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gung gewähren. Man nehme an, daß die Sache, rücksichtlich 
welcher das Kaufrecht constituirt worden ist, eine landtäfliche 
Realität sey, der in dem Kaufcontracte bedungene Kaufschil¬ 
ling 40,000 fl. betrage, und zur Zeit der Constituirung des 
Kaufrechtes auf dieser Realität bereits mehrere Hypothekarpo¬ 
sten im Gesammtbetrage pr. 30,000 fl. einverleibt waren, deren 
Berichtigung der Erwerber des Kaufrechtes auf Abschlag des 
Kaufschillings übernommen hat; von den erübrigenden 10000 fl. 
bezahlte derselbe sogleich bey Abschließung des Kaufcontractes 
5000 fl., der Rest pr. 5000 fl. sollte in Terminen nachträglich 
berichtigt werden. Allein, sobald der Käufer sein Kaufrecht auf 
die Realität einverleibt hatte, kommen dessen Gläubiger und 
erwirken die landtäfliche Supereinverleibung ihrer Forderungen 
im Gesammtbetrage pr. 20,000 fl. auf das ihrem Schuldner 
zustehende Kaufrecht. 
Wir müssen nun in diesem Falle zwey von einander ganz 
verschiedene selbstständige Pfandobjecte vorhanden erkennen und 
zwar: a.) die Realität selbst, auf welcher die Gläubi¬ 
ger des Verkäufers mit ihren Forderungen pr. 30,000 fl. 
versichert sind, und b.) das Kaufrecht, welches für die 
Gläubiger des Käufers mit dem Betrage pr. 20,000 fl. 
verpfändet ist. 
Jn so fern nun zu Folge des §. 447 des a. b. G. B. der 
Pfandgläubiger nur und allein an das ihm speciell zum Pfande 
gegebene Object sich zu halten verpflichtet, nur dieses in Exe¬ 
cution zu ziehen befugt, und nur dieses der Gegenstand ist, aus 
welchem der hierauf angewiesene Gläubiger zunächst seine Be¬ 
friedigung erhalten kann; so dringt sich wohl von selbst auf, 
daß die Gläubiger des Käufers mit ihren auf das Kaufrecht 
supereinverleibten Forderungen pr. 20,000 fl. nicht etwa die 
Realität, auf welcher das Kaufrecht einverleibt ist, sondern 
nur und allein dieses letztere in Execution ziehen können, die 
Realität selbst verbleibt hierbey in einem vollkommen neutralen 
Verhältnisse. Ein gleiches Verhältniß waltet in Betreff der 
auf diese verschiedenen Objecte versicherten Gläubiger ob; wäh¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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