Full text: Archiv für die Rechtspflege und Gesetzgebung im Großherzogthum Baden (Bd. 2 (1832))

Merk, über die Dauer des Unterpfandsrechts 
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und verschiedenen Meinungen Raum gegeben hat, deren nähere 
Auseinandersetzung hier versucht werden soll. 
Die gesetzliche Hypothek des Minderjährigen an dem Ver¬ 
mögen seines Vormunds bildet — so wie jene der Ehefrau 
theils wegen ihres vielfältigen Vorkommens, theils ihrer 
Eigenheit Willen, welche ihren Verein mit den Interessen 
dritter Gläubiger so schwierig macht, — eine der wichtigsten 
Materien des bürgerlichen Rechts. Diese Hypothek konnte 
mit den gemeinen Unterpfandsrechten nicht auf einer Linie 
bleiben, da deren vom Gesetz eingeräumte Vortheile zu aus= 
gezeichnet, und auf eine merkwürdige Art von denen, die 
Letztern zukommen / — unterschieden sind. 
Das gesetzliche Unterpfandsrecht der Minorennen umfaßt nicht 
nur alle Güter, welche der Vormund zur Zeit der Pflegschafts= 
übernahme schon besitzt, sondern auch alle, die er in der Folge noch 
erwirbt, — es kann ferner nicht nur während der Dauer der 
Tutel keine Verjährung gegen solches weder zu Gunsten des 
Pflegers, noch eines dritten Erwerbers laufen, sondern dasselbe 
besteht auch, — und hierin liegt sein wichtigster Vortheil 
unabhängig von allem Eintrag. Alle übrige Gattungen von 
nicht privilegirten, und mit Ausnahme der im Art. 2101 auf¬ 
geführten, selbst der privilegirten Hypotheken erhalten erst 
durch die Inscription ihre volle Wirkung, und ihren Rang 
blos von deren Tag an. Bei dieser gesetzlichen Hypothek aber 
geht hingegen die Wirkung des Eintrags stets auf den Moment 
des Entstehens derselben durch Annahme der Pflegschaft zurück, 
von wo an solche immer ihren Rang behauptet, auch in Folge 
der Befreiung von dem Eintrag durch den dritten Erwerber 
nicht anders als mittelst Beobachtung der Vorschrift des Art. 
2194 entkräftet werden kann. 
Die Wirksamkeit all dieser Vortheile während der Dauer 
der Vormundschaft auch ohne Eintkag unterliegt nicht dem 
mindesten Zweifel. Ob dieselbe aber eben so nach aufgelößter 
Tutel ohne Gewährung durch Inscription in ihrer Integrität 
fortbestehen bleiben, — ist eine Frage, deren Beantwortung 
in all ihren Beziehungen eine kritische Erörterung fordert. 
Hiebei ist zuvörderst die Eigenschaft der dieser gesetzlichen 
Hypothek verliehenen besondern Vorzüge in Betrachtung zu 
ziehen, und da wird sogleich ersichtlich werden, daß der erste 
angeführte Vorzug — die Supsension des Laufs der Verjährung 
Max-Planck-Institut für
	        
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