Full text: Österreichische Zeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft (Jg. 1847, Bd. 1 (1847))

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XXIV. 
181 Erklärung des Strafgesetzes über Gefällsübertretungen. Von Dr. 
Franz Edlauer, k. k. o. ö. Professor des Natur=, des öster¬ 
reichischen Criminalrechtes und der Gefällsgesetze an der Carl= 
Franzens=Universität zu Gratz. Des zweiten Bandes erste Ab¬ 
theilung. (Wien, 1845, Fr. Beck's Universitätsbuchhandlung, 350 S.) 
Der vorliegende 350 Seiten starke Band (oder erste Abtheilung des 
zweiten Bandes) reicht nicht weiter, als vom §. 185 bis zum §. 219; er 
enthält also ein einziges, das sechste Hauptstück des Gesetzes, worin 
„vom Schleichhandel und dessen Bestrafung" gehandelt 
wird. Man wird sich über diese Weitläufigkeit und gerade in diesem 
Hauptstücke mit Recht verwundern, und es erstaunlich finden, zu ver¬ 
nehmen, daß der Herr Verfasser über den einzigen, keineswegs so 
schwierigen §. 185 (vom vollbrachten Schleichhandel durch gesetzwidrige 
Einfuhr in das Zollgebiet) nicht weniger als 127, sage Einhundert 
siebenundzwanzig klein gedruckte Seiten vollgeschrieben hat! 
Wenn durch eine solche Umständlichkeit von der einen Seite ein gewisses 
Streben nach Gründlichkeit zur Schau getragen werden soll, so ließe 
sich dieselbe selbst dann schwer billigen, wenn der Erfolg ein vollkommen 
gelungener, den Gegenstand lohnender wäre. Dieses ist aber hier weit 
weniger der Fall, als im ersten Bande, wo der Herr Verfasser Gelegen= 
heit hatte, seine tiefen theoretischen Kenntnisse zu entfalten, wenn er 
dabei auch in der Darstellungsweise nicht alle mäßigen Wünsche befriedigte. 
In der vorliegenden ersten Hälfte des zweiten Bandes hat er aber eine 
Fluth von Zweifeln ausgegossen, die den Leser außer Fassung bringen, 
und die sich lösen mag, wer da will. 
Der Grund dieses Uebels scheint mir darin zu liegen, daß der Herr 
Verfasser das Gesetz, dessen besonderer Theil mit dem sechsten 
Hauptstücke beginnt, zu wenig vom praktischen Gesichtspuncte 
auffaßt, und mehr auf Wortklauberei und gelehrte Spitzfindigkeit sich 
verlegt. Er ideirt sich häufig ganz unpraktische Fälle, von denen er selber 
gestehen muß (S. 82), daß sie sich „höchst selten ereignen" wer¬ 
den, zufrieden damit, daß sie doch „nicht zu den unmöglichen 
Dingen" gehören; er streitet sich dabei um gleichgiltige Sachen wie 
Max-Planck-Institut für
	        
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