128 Beiträge zur Lehre von dem Miteigenthum
Servituten haben. Der Miteigenthümer aber kann keine Ser-
vitut an der ras comm. erwerben, und kann Mrs servitutis keine
Verfügung an der ra comm. treffen, denn res sua nemini servit.
Die Servitut ist eine beschränkte Herrschaft über eine fremde
Sache in Ansehung des Gebrauchs derselben; die gemeinschaftliche
Sache steht aber dem Miteigenthümer nicht als fremde gegen-
über, sondern ist seine Sache, wenn sie auch nicht ganz und
ausschließlich sein ist.33 Daraus erklärt sich, warum den Mit-
eigenthümern unter einander in 1. 3 tz. 1, 2 D. 39, 1 die operis
novi nuntiatio versagt wird; das.jus prohibendi, welches mit der
Nuntiatio geübt wird, gründet sich ans die aetio confessoria
oder negatoria.. Ein Ausstuß dieses.jus prob, ist die actio in
factum de mortuo illato, 1. 8 § 4 D. 11, 7; daher wird auch
diese Klage unter socUs von den Juristen negirt, 1. 2 §. 1 D. ib.34
Das prohibere, welches den sociis gestattet ist, wird in doppelter
Weise ansgesaßt, einmal als unmittelbarer Ausfluß aus dem
Rechtsverhältnis des Miteigenthums und Mitbesitzes (dingliche
Seite), dann aber als das Einspruchsrecht ans dem Jnterdiet
quod vi autclam; hier erwächst es ihnen ans ihrem Vermö-
gensinteresse, das durch Handlungen eines Teilhabers ver-
letzt wird; dieß Interesse kann sich aus ein jus in re, oder aus
den Besitz, oder ans ein bloß persönliches Recht gründen.3^
33 1. 239 §. 9 D. 50, 16. So wird die Unmöglichkeit der fraglichen
Klagen begründet in I. 26 D. 8, 2. In re communi nemo dominorum
jure servitutis neque facere quidquam invito altero potest (Confessoria)
neque prohibere, quo minus alter faciat (Negatoria); nulli enim res sua
servit. Ferner in 1. 4 D. 33, 3; parietem communem nodis esse existimo,
ideoque neque me, neque te agere posse, jus non esse alteri ita immis-
sas habere, itaque de ea re arbiter comm. div. sumendus est.
34 Während die negatoria, ohne Rücksicht, ob der Kläger Prohibiren
konnte und wollte, allezeit auf tollere opus factum geht, wird von den sociis
gesagt, ut tamen opus factum tollat, cogi non potest, si quum prohibere
poterat, hoc praetermisit. Ueber diesen Punkt, ferner über die Unmöglich-
keit der actio negatoria und der sogen, actio prohibitoria, vergl. Hesse,
Jahrbücher f. Dogmatik B. VI. 433 B. VIII. 60 ff.
35 I. 15 §. 8. 1. 16 pr. D. 43, 24.