Full text: Teutsche Staatskanzley (Th. 5 (1784))

der Panisbriefe. 
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Probst hatte noch mehrern Schein seines al= 
ten Ansehens als ihm nachher bei besser aus= 
gebildetem System der Landeshoheit geblieben ist. 
Uebrigens scheint mir, der Grund vorgeb¬ 
licher Unmittelbarkeit habe auch den neuesten 
Vorfall bei dem Königsbronner Closter ver= 
anlaßt. Denn die Wirtembergische Klöster 
Königsbronn und Hirschau stehen noch in der 
Reichsmatrickel, welche ein Verzeichniß un¬ 
mittelbarer Reichsstände seyn soll. Es ist aber 
der Streit hierüͤber schon laͤngst gehoben, und 
die Mittelbarkeit der Wirtembergischen Closter 
theils nach dessen Matrikularanschlag, theils 
selbst 
medietatis saltem aliquod argumentum abgeben, 
beschließt hingegen doch nach Betrachtung des West= 
phälischen Friedensinstruments; ut proinde ab¬ 
hinc non plane ad immedietatem concludere li¬ 
ceret. Sie geben aber nach der bißherigen Aus= 
führung gar keinen Beweiß der Unmittelbarkeit ab, 
weil das Friedensinstrument sonst nicht so sorgfäl= 
tig zwischen mittelbaren und unmittelbaren Clö¬ 
stern unterschieden hätte. 
e) Zum weitern Beweiß, daß Panisbriefe keine Un¬ 
mittelbarkeit errathen, dienen die Beispiele von pri= 
marii: precibus, welche die Graven von Wirtemberg 
an ihre Clöster geschickt, in Sattlers Ausführung 
von dem Recht der Graven von Wirtemberg in 
Kirchensachen in ihren Landen: in seiner Geschich= 
te des H. Wirt. unter dem Graven. IV. Fort¬ 
fezung, Beil. 22. S. 84. 
Max-Planck-Institut für
	        
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