Full text: Teutsche Staatskanzley (Th. 5 (1784))

der Panisbriefe. 
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dazumal eben nicht ganz gleichgültig seyn 
konte. Und doch hatte der Probst nach seinen 
Pflichten einmal die Sache an ihn gebracht, 
und seine Landeshoheitliche Rechte zu verteidi¬ 
gen aufgefordert: er konnte also nicht anderst, 
ließ zwar eigentlich den Probsten die Sache 
verfechten, begleitete aber desselben Protestation 
mit einem Vorschreiben an Kais. Majestät. 
II. Die Gruͤnde, deren der Herzog und Probst 
sich bediente: Zum groͤsten Wunder von Sei¬ 
ten der Religion kein Wort! Die evangelische 
Lehre war doch schon eingefuͤhrt, aber noch 
nicht vest genug, noch nicht reichsgesezmaͤßig, 
als daß man Gründe daraus zu entlehnen 
hätte wagen duͤrffen. Wahrscheinlich wuͤrde 
es damals noch für ein Verbrechen beleidigter 
Majestät gehalten worden seyn, wenn man 
aus Religions=Grundsäzen ein bißher als Re¬ 
servat behauptetes Recht haͤtte bezweiffeln oder 
gar widersprechen wollen. Man hielt also fuͤr 
sicherer und weniger beleidigend, das Herkom¬ 
men und die Landsäßigkeit zum Vorstand zu 
nehmen. Jenes war noch das einzige wahre 
Mittel zur Verteidigung; dann es war schon 
Reichsconstitutionsmäßig, die Reichsstände 
bei ihrem alten wohlhergebrachten Herkommen 
ruhig zu lassen. Hingegen der Grund der 
Landsäßigkeit war weniger ächt, nur nach da¬ 
maligen Grundsäzen konnte er gebraucht wer¬ 
den. Man hielt nehmlich das Recht der er¬ 
sten Bitte und Panisbriefe zu ertheilen fuͤr 
B 5 
einen 
Max-Planck-Institut für
	        
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