Full text: Teutsche Staatskanzley (Th. 5 (1784))

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1.) Von dem kais. Recht 
tretten läßt. Mithin wird die Sache in den 
Schooß des Landesherrn gelegt, und diesem 
liegt daran, wie und wo er seine und seines 
Landes Rechte sichern will, und wie weit Po¬ 
litik genaues Vesthalten oder strenges Verthei¬ 
digen seiner Rechte erfordere. Denn daß Po¬ 
litik dabei ins Spiel komme, will ich ein merk¬ 
würdiges Beispiel meines eigenen Vaterlands 
anführen. a) Im Jahr 1552. da also die 
evangelische Lehre im Wuͤrtembergischen bereits 
bluͤhete, praͤsentirte Georg Angelin, von Neu- 
hausen im Würtembergischen, ein Kaiserlicher 
Trabant einen Kaiserlichen Panisbrief an den 
Probst und Convent zu Denkendorf. De | | 
Probst beschwerte sich darüber bei H. Ulrich 
'er muͤßte alle Pelze füͤttern, des H. Ulrichs 
Rathe haͤtten ihm auch einen solchen Pfroͤnder 
Jörgen von Ow, aufgedrungen,, und bat, 
ihn vertheidigen zu helfen, daß er des neuen 
Pfronders uͤberhoben wuͤrde. Es wurde dem¬ 
nach für gut angesehen, in beeder Nahmen 
an Kaiser zu schreiben, und um Abschaffung 
dieser Beschwerde anzusuchen. Der Herzog 
stellte in seinem Schreiben vor, "sein Rath 
und 
a) Sattler Gesch. des H. Wirt. unter den Herzögen, 
IV. Theil S. 31. welcher den Probst beschuldigt, 
daß er dem Kaiser vor seiner an ihn übergebenen 
Beschwerungsschrift heimtückischer Weise die An¬ 
nahm des Trabanten zugesagt habe, welches aber 
anderswo nicht gemeldet wird, auch gar nicht 
Max-Planck-Institut für 
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