Full text: Teutsche Staatskanzley (Th. 39 (1800))

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2) Religionsbeschwerden 
(aus Gnaden zu besänftigen, in verfängliche Ver¬ 
gleiche zu verstriken, allenfalls mit der dritteren 
Religion zu verwiklen, im Wesentlichen aber es 
stets bei den Verlezungen zu belassen. 
In Höchst Churfürstlichen Rescripten und Er¬ 
klärungen lassen ihre Verfasser, vermuthlich um 
auch Se. Churfürstl. Durchl. zu beruhigen, oft 
die speciose Worten einfliessen: „Se. Churfürstl. 
„Durchl. seyen sämmtlichen Unterthanen ohne Un¬ 
„terschied der Religion mit gleicher Gnad und Lie¬ 
„be zugethan, und Höchstihre Absicht seye auch, 
„die Reformirte in Churpfalz bei ihrem kirchlichen 
„Stand und Wesen zu erhalten rc." 
Werden aber diese Befassungen geprüfet, so 
finden sich darinn eben die bemerkte Grundsäze 
hervor, indem bloße Gnade der augenfällige Unter¬ 
saz dabei ist, wie dann auch in eben solchen Er¬ 
klärungen den Religionsbeschwerden in Churpfalz 
aller Grund abgesprochen, nicht weniger die, wel¬ 
che unter Beziehung auf das Friedens-Instrument 
des Kaisers Majestät um Hilfe anrufen, unter an¬ 
dern für Rebellen und Aufwiegler erkläret, und 
durch harte Drohungen zurük geschreket werden 
wollen, wo doch ein so anderes auf Männer, die 
mit Recht und Gerechtigkeit so gut als mit ihren 
Amtspflichten bekannt sind, den, etwa gehoften, 
Eindruk unmöglich machen, sondern nur das ent= 
gegengesezte wirken kann. 
Uebri= 
Max-Planck-Institut für
	        
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