Full text: Beyträge zu der juristischen Litteratur in den preußischen Staaten (Zugabe 1 (1780))

von dem Lehnrechte in Hinterpommern. 325 
benannt würden, welche ausser den Wittwen des 
Gnadenjahrs gleichfalls faͤhig seyn sollen: als 
1) des Lehnmanns unverheyrathete Tochter, 
wenn keine Sohne v rhanden sind; 
2) desselben unverheyrathete Schwestern, wenn 
keine Sohne und Toͤchter vorhanden sind; 
Und ob auch die Mutter solches prätendiren könne, 
wenn sie beym Absterben des Mannes, des Sohns 
halber, solches nicht genossen? als welches Staͤnde 
fur billig erachten. Imgleichen, wie es alsdann zu 
halten, wenn niemand vorhanden ist, dem das Gnaden¬ 
jahr gebuͤhre, und ob den Erben alsdann der Abnutz 
des letzten Jahres gehoͤre? 
als Erbschaft geachtet — zu Vermeidung al= 
les Streits koͤnnte hier fuͤglich festgesetzt werden: ob die¬ 
ses nur von den Feldfruͤchten, wenn der Vasall das 
Gut selbst administriret, oder auch den fructibus 
civilibus, als Pachten, Pensionen, Zehenden rc. zu 
verstehen sey? 
Staͤnde halten dafuͤr, daß auch letzteres statt 
finden muͤsse. Demnaͤchst ist hier sehr noͤthig, die 
Terminos a quo et ad quem dieses Fruchtjahres zu 
reguliren; da sich denn die zum Gnadenjahr per bo¬ 
nam consequentiam von selbst ergeben werden, damit 
dieserhalb nichts zweifelhaftes uͤbrig bleibe. 
In den Hinterpommerschen Kreisen ist meh¬ 
rentheils die Gewohnheit, daß die Guͤter auf Marien 
verpachtet werden, und von diesem Termino a quo 
das Pachtjahr seinen Anfang nimmt. Daher denn 
bey 
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Max-Planck-Institut für
	        
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