Full text: Beyträge zu der juristischen Litteratur in den preußischen Staaten (Zugabe 1 (1780))

16 Beyträge zur juristischen Litteratur rc. 
V. De alienatione et oppignoratione Geradae 
ac Heergewettae. 
§. 1. 
Die Gerade und das Heergewette konnen nie alie¬ 
niret werden. Wenn nun einige zum Heergewette 
gehörige Stücke a Marito versetzet sind, so entstehet 
die Frage: Ob die Erben solche post mortem uxoris 
einzulösen, und dem Mann zu geben schuldig sind? 
In Sachen Schiffer Losewitzen wider seine Stieffin¬ 
der, die Breitsprechenschen Kinder, ist ad Relationem 
des Raths=Anwaldes Rohr unterm 8 Jan. 1740 
affirmative erkannt worden, daß die zwey silberne 
Becher und zwolf silberne Löffel superstiti Marito zum 
lebendigen Heergewette allerdings zu legen, und aus 
den überbliebenen Gütern einzulosen seyn, weil das 
darauf genommene Geld in utilitatem communionis 
geflossen, und per oppignorationem nicht das Domi¬ 
nium tradiret sey. 
2. 
Die zur lebendigen Gerade gehörige Stücke aber 
gehören per Declarationem Senatus de 5 Jun. 1634 
sub B zum Eigenthum der Frau, folglich koͤnnen sie 
a Marito absque consensu Uxoris nicht veralieniret 
oder versetzet werden; sondern wenn es geschehen, so 
missen sie ihr post mortem mariti ab heredibus re¬ 
luiret werden. 
§. 3. Beylagen Dd bis Hh. 
Es konnen daher auch creditores Mariti, wenn 
die Frau dem beneficio Geradae nicht specialiter ent¬ 
sagt, 
Max-Planck-Institut für
	        
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