Full text: Beyträge zu der juristischen Litteratur in den preußischen Staaten (Zugabe 1 (1780))

von der Gerade und dem Heergewette. 
II. De divisione ac definitione Geradae. 
§ 1. 
Die Gerade und das Heergewette ist hieselbst zweyerley. 
Dieses wird eingetheilet in das lebendige und todte 
Heergewette, und jene in die lebendige und todte 
Gerade. 
§. 2. 
Das lebendige Heergewette wird genannt das¬ 
jenige, was dem uͤberlebenden Ehemann vi juris sta¬ 
tutarii nach Absterben seiner Frau ex massa bono¬ 
ruin an beweglichen Stuͤcken voraus gebuͤhret. 
Das todte Heergewette ist dasjenige was, nach 
dem Absterben einer Mannsperson, seine nächste 
Agnaten, wenn sie sich qualificiren konnen, oder in 
deren 
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*) Die lebendige Gerade ist das correlatum des leben¬ 
digen Heergewettes, das der Mann empfängt. 
Dieses ist in Sachsen schon zu Zeiten des Henricus 
Auceps eingeführt worden; als er die Städte einzu= 
richten und zu befestigen, auch in denselben unter den 
Buͤrgern die Defensions=Verfassung zu reguliren an¬ 
fing. Die Gemeinschaft der Güter aber, so daß ein 
Ehegatte für des andern Schulden haftet, ist erst 
lange nachher mit dem Kommerz, um es dadurch 
zu unterstützen, und das Vertrauen zu befördern, 
aufgekommen. 
HERTIUS diss. de societate facto contracta 
cap. 1. §. 4 et 10. 
Eben diesen Zweck enthält das Stettinische Statutum 
v. 1479, wogegen das weit ältere v. 1464 bereits 
von der Gerade und dem Heergewette handelt, auch 
sogar den langen vorherigen Gebrauch bezeugt. 
Max-Planck-Institut für
	        
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