Full text: Sammlungen zu den deutschen Land- und Stadtrechten (Th. 3 (1775))

Max-Planck-Institut für 
uro 
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Geschichte 
der in den Iglauischen, noch Freybergischen Berg-Rechten findet sich auch nicht 
die gerinigste Spur zur Vermuthung, daß die Stadt Jglau nach Freyberg 
aufgekommen sey, und wer getrauet sich aus einer so unsichern Schriftstelle 
wohl zu behaupten, daß die Freyberger den Iglauern ihre Berg-Rechte abge¬ 
borget haben möchten. Die Stelle aus dem Fabricius aber haben wir oben 
schon ganz mitgetheilet. Wo stehet jedoch darinne das, was gleichwohl Albi¬ 
nus hieraus so zuverläßig versichern will? Immittelst ist bey den Berg Rechten 
die Sache im Grunde, nur mit andern Umständen richtig. Wir haben die 
Iglauischen Berg-Rechte in dem Archive des Raths zu Freyberg zu zweyen ver¬ 
schiedenenmalen, einmal in dem Codex der alten Freybergischen Berg=Rechte, 
und das anderemal in dem ältesten Berg=Urthel=Buche dieses Orts, gefunden. 
Hieraus ist also nicht daran zu zweifeln, daß solche vor Alters daselbst 
gebrauchet worden, und es kommt nur noch auf die Entdeckung an, wie sie da= 
hin gekommen sind. So gewöhnlich es auch in diesen Zeiten war, daß geschrie¬ 
bene Rechte von einer Stadt geborget, und von der andern auch wällig mitge= 
theilet wurden, wie in dem ersten Theile gegenwärtiger Sammlung mit den 
Magdeburgischen, der Stadt Görlitz mitgetheilten Rechten ein Beyspiel gege¬ 
ben worden ist, so war doch eine solche Willfährigkeit von den Iglauern nicht 
einmal zu vermuthen, und es erscheinet solches aus der von König Wenzeln 
dem andern in Böhmen, in seinem im Jahre 1280. herausgegebenen Königli¬ 
chen Berg-Rechte über selbige geäußerten Unzufriedenheit, nicht undeutlich: 
„daß sie seinem ausdrücklich darzu erlaßenen Befehle zuwider, ihre beschriebe¬ 
„nen Berg-Rechte, damit ein jeder Bergmann sich darnach richten und darauf 
„verlaßen können, dem Berg-Richter und Geschwornen auf dem Kuttenberge, 
„also ihren eigenen Landesleuten sogar, geweigert und abgeschlagen hätten. „(u) 
Es muß also die Möglichkeit der Exlangung auf andern Wegen gesuchet werden. 
Sicher ist hierzu die Voraussetzung, daß die ersten Freybergischen Bergleute die 
noch ältern böhmischen Regeln der Berg=Baukunst angenommen, bey sich eingefüh= 
ret, und beybehalten haben. Dieses endecket die Uebereinstimmung eines gros= 
sen Theils der Böhmischen mit der Meißnischen Bergwerks=Verfaßung (v) und 
es saget solches auch ein Schriftsteller, welcher uns dadurch ohne sein Wißen 
eine Merkwürdigkeit hinterlaßen hat, nämlich: Johann Lindner, der be¬ 
kannte Pirnaische Münch (w) indem selbiger schreibet: „Die ersten Frey¬ 
„ber¬ 
(u) Johann Deucer in Metall. Corpore juris, im dritten Buche, von Lehn¬ 
schaften, S. 129. 
(v) Ursprung der Bergwerke in Sachsen, §. VIII-XI. S. 46. u. f. 
(w) EXCERPTA ONOMASTICI MONACHI PIRNENSIS apud MENKENIUM, Script. Rer. 
Germ. et Saxon. Tom. II. pag. 1559. verb Welche Bergleute (nämlich die ersten 
Freybergischen) holten, örtrunge bergrechtis und orteilspruch ezu der Ygla in 
Mehren.
	        
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