Full text: Sammlungen zu den deutschen Land- und Stadtrechten (Th. 3 (1775))

Max-Planck-Institut für 
Geschichte 
theil von dem Einkommen des Schrotamtes dem Hospikale zu Freyberg, und 
unter den zu diesem Handel erforderten verschiedenen Zeugen werden besonders 
genennet: hi, qvi XXIIII. dicuntur de civitate. Durch so viel Personen ist nun 
durch das ganze dreyzehende Jahrhundert das burgerliche Stadt=Regiment zu 
Freyberg bestellet gewesen, und nunmehro führet uns diese Anleitung auf nahe 
Spuren der Bildung eigener Rechts-Gewohnheiten. Gedachter Heinrich wird 
noch als Voigt zu Freyberg im Jahre 1233. gefunden, und dann treten als seine 
Nachfolger, Otto, im Jahre 1241. Nicolaus, im Jahre 1251. und Werner, im 
Hieraus erkennet man nun, 
Jahre 1266. in Freybergischen Urkunden auf. 
wiewohl noch ganz im Dunkeln, die Form der ersten Gerichts-Verfaßung zu 
Freyberg; der Voigt war Präses eines Gerichts, welches durch vier und zwan= 
zig aus dem Mittel der Bürgerschaft gewäͤhlte Personen besetzet ward, und welche, 
da man ordentlicherweise bey den alten deutschen Gerichtsstühlen nur die Helfte 
dieser Schöppenzahl findet, vermuthlich an den verschiedenen wöchentlich gehal¬ 
tenen Dinge-Tagen, abwechselten. Herzog George zu Sachsen, als selbiger 
im Jahre 1500. die vorher gedauerte, immittelst geänderte Form des Stadt= 
Regiments vom neuen einrichtete, scheint hierbey auf diese älteste Verfaßung 
gesehen zu haben. Er bestellete solches damals mit zwey und zwanzig Personen, 
davon ein Jahr um das andere zwölfe regieren, und zehen ruhen sollten und 
hiernach hat bis zum Jahre 1724. ein so genannter ruhender und regierender Rath 
zugleich in Freyberg bestanden, da eine abermalige Abänderung mit einem be¬ 
ständig sitzenden Rathe erfolget ist. 
Hier müßen wir stille stehen, um noch allererst einige Blicke in die bereits 
zurück verlaufene Zeiten zu werfen. Die wohlthätigen Folgen, welche die nach 
und nach erbaueten Städte über ganz Deutschland verbreiteten, hatten diesen 
Städten gleich dankbare Belohnungen zugezogen. Der Landmann fand darin= 
nen für seine Person und Güter iederzeit einen sichern Schutz wider das dama= 
lige große Wüten kriegerischer Einfälle, und die Bürger, welche hinter den 
Mauern sich und ihre Gäste muthig vertheidigten, erlangten dadurch ritterliche 
Vorrechte, worauf der Adel auf dem Lande so stolz that, es schliche sich aber 
dadurch auch das damals herrschende Lehns=System in die Städte ein, die Bür= 
ger bekamen ihre unbeweglichen Güter zu so genannten Bürger-Lehn, die 
Schuldigkeit ihrer und der eingeflüchteten darunter theils adelichen Gäste, nö¬ 
thigen Vertheidigung, als eines aufgelegten Dienstes, befreyete selbige ursprüng 
lich und so lange, bis die eingetretenen Veränderungen im Ganzen diese mit 
den übrigen Kayserlichen Freyheiten bey den landsässig gewordenen Städten ver¬ 
kürzeten, von den beschwerlichen Heerfarths-Zügen, (m) und sie gelangeten da¬ 
durch 
(m) GOTTLIEB STURMIUS in Dissert. Academ. de Urbane Beneficio, vom Bürger¬ 
Lehn, hab, lenae 1726.
	        
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