Full text: Wetzlarische Beyträge aus der Reichs-Praxi dasigen Höchsten Reichs-Gerichts (Bd. 1, Th. 2 (1763))

Primogenitur, und substitutione &c. 105 
falls gehalten werden, und diesem, wann er 
keine Sohne hinterlassen wuͤrde, sondern nur 
Tochter, wird der Zweyte Sohn Frantz Wilhelm, 
und diesem der Dritte Sohn Raban Christoph 
iisdem Conditionibus substituiret, sollte aber 
auch dieser keine Soͤhne, sondern nur Toͤchter 
hinterlassen, alsdann sollen aller Dreyen Toch¬ 
tere, die noch im Leben seyn werden, succediren. 
Aus diesen allen wollte der Beklagte behaup¬ 
ten, daß die beyde Groß-Oheime eine Primoge¬ 
nitur intendiret, zumahlen sie auch in §. 8. setzen, 
daß, wann sich ein Casus zutragen sollte, wel¬ 
chen kein Mensch vorsehen, weniger pracaviren 
konte, alsdann, wofern daruͤber in diesem Te- 
stament expressè, oder per Bonam consequen¬ 
tiam adeoque tacitè nicht disponiret seyn mogte, 
derselbe nach dem Land-sittlichen Gebrauch, all¬ 
gemeinen Rechten, und des ordentlichen Nich¬ 
ters Arbitrio decidiret werden solle. 
Hingegen hielte Appellatus alles pro sub¬ 
stitutione Fideicommissaria successiva, und wa¬ 
ren an beyden Seiten Rationes vorhanden. 
Es ist auch ausser Zweiffel zu setzen, daß 
Testatores den Manns-Stamm pro Successo- 
ribus haben wollen, nicht aber, daß sie eine 
Primogenituram perpetuam in dem Testament 
verordnet, und dieses aus der Ursachen, daß, 
wann Testatores dieses gewollt, sie es eben so 
leicht haͤtten exprimiren koͤnnen, als sie es nicht 
gethan. 
Es 
G.5 
Max-Planck-Institut für
	        
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