Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 33 (1858))

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2, eventuell, daß nicht seine exceptio retentionis als 
begründet erkannt sei, 
3. daß nicht Beklagter in die Kosten verurtheilt sei. 
Der große Senat des Obergerichts zu Stade erkannte 
nach verhandelter Sache am 19. Mai 1857: 
In Erwägung, daß das interdictum quod vi aut 
clam zufolge der Gesetze (vergl. L. 16. u. L. 3. 
§. 7 u. 8. L. 4. h. t. (43. 24.) durch das In¬ 
teresse des Pächters selbst schon in dem Fall be¬ 
gründet ist, wenn der gewaltsam oder heimlich Han¬ 
deinde pexistimare debet se prohibiturum irie 
dieser Fall aber hier vorliegt, weil der Kläger eine 
verabredete Prolongation des mit ihm geschlossenen 
Pachtcontracts in Anspruch nimmt, und der Beklagte 
heimlich und gewaltsam handelte, wenn er eigen¬ 
mächtig, bevor ihm das an den Kläger verpachtete 
Land nach der von ihm behaupteten, vom Klager 
aber nicht eingeräumten Erlöschung des Pachtcon¬ 
tracts, ohne weitere Besprechung mit dem Pächter 
und ohne dessen Vorwissen theilweise umpflügen 
ließ, da das Widerspruchsrecht des Klägers bis zu 
erfolgter Entscheidung über die Differenz hinsichtlich 
der Beendigung oder Nichtbeendigung des Pacht¬ 
contracts als vorliegend anzunehmen ist, somit aber 
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die angestellte Klage keines weitern Beweises be¬ 
durfte, und die aufgestellte Hauptbeschwerde des 
Klägers sich als erheblich — — — darstellen, so 
wird; — — das angefochtene Urtheil des kleinen 
Senats vom 12. Decbr. 1856 und das hiernächst 
ferner erfolgte Erkenntniß vom 3. Februar 1857 
wieder aufgehoben und der Beklagte, nicht nur wie 
im Urtheile des kleinen Senats bestimmt, mit seiner 
Vorlage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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