Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 33 (1858))

Beklagten zu verurtheilen, pristinum statum herzustellen, 
sich weiterer Gewaltthätigkeiten zu enthalten und Schäden 
und Kosten zu erstatten. 
Nachdem Beklagter excipiendo sich auf einen schrift¬ 
lichen Pachtcontract bezogen, wornach die Pachtzeit von 
Michaelis 1842—1856 stipulirt worden, auch eine Wider¬ 
klage auf Bezahlung des rückständigen Pachtzinses pro 
1833 angestellt hatte, auf welche es jedoch bei der vorlie¬ 
genden Mitheilung nicht weiter ankommt; erkannte der 
kleine Senat des Obergerichts zu Stade am 12. Decbr. 
1856 in der Vorklage: 
Demnach nun I. die Vorklage betreffend, 
1. die angestellte Klage für ein interdictum uti pos¬ 
sidetis nicht gehalten werden mag, weil nach den 
vom Kläger geltend gemachten Behauptungen von 
einem juristischen Besitze auf seiner Seite nicht die 
Rede sein kann, vielmehr 
2. das interdictum quod vi aut clam, verbunden 
mit der Contractsklage von ihm erhoben worden 
ist, welches erstere auch dem Pächter gegen den Ver¬ 
pächter zusteht, der Beklagte jedoch, wenn gleich im 
Uebrigen die Voraussetzungen dieser Klage völlig 
liquide vorliegen, nur in dem Falle verurtheilt wer¬ 
den darf, wenn der Kläger sein vom Beklagten ge¬ 
leugnetes Pachtrecht zu erweisen im Stande wäre, 
indem nach der richtigen Theorie das interdictum 
quod vi aut clam nur bei begründetem Wider¬ 
spruchsrechte des Klägers stattfindet, hinsichtlich der 
Contractsklage aber jener Beweis von selbst sich 
rechtfertigt, 
Volege 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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