Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 28 (1853))

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liches und reiches Material dar. Die Haupttendenz des 
Verfassers geht dahin, die Irrthümlichkeit der gangbaren, 
auf die Alleinherrschaft des Territorialitätsprincipes gegrün¬ 
deten Theorie nachzuweisen und dasselbe durch ein von ihm 
s. g. Personalitätsprincip zu ergänzen, welches darauf be¬ 
gründet wird, daß das Strafgesetz den Inländer persönlich 
verpflichte und derselbe auch im Auslande nichts thun dürfe 
was das Innland als eine Schändung der bürgerlichen 
Ehre betrachte. Auch unser hannoversches Criminal=Gesetz¬ 
buch von 1840 geht im Art. 2. von dem Gesichtspunkte 
aus, daß bei jedem Verbrechen nur der Character der Ge¬ 
setzesübertretung und nicht die Rechtsverletzung entscheide 
und will daher den Inländer nach seinen Vorschriften selbst 
dann bestrafen, wenn er im Auslande an Ausländern ein 
Verbrechen begeht; die theoretische Begründung des Rechts 
eines Staates, solche Handlungen mit Strafe zu bedrohen, 
welche die Rechte des Staats und dessen Angehörige nicht 
verletzen, aus dem Wesen und dem Zwecke des 
Strafrechts selbst abgeleitet zu sehen, die wir von dem 
Verfasser erwarten zu dürfen glaubten, haben wir ungern 
vermißt, weil daraus erst die Richtigkeit des Princips, daß 
das Strafgesetz den Inländer persönlich und nicht bloß ter¬ 
ritorial verpflichte, sich ergeben kann. 
Druck und Verlag von A. Pockwitz Buchhandlung in Stade. 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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