Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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zu nehmen und dahin bei der desfallsigen Behörde gegen 
denselben zu klagen, daß sie die Existenz des ihm von 
seinem Schuldner, nach der beregten Schuldurkunde con¬ 
stituirten öffentlichen Pfandrechtes an der erwähnten von 
seinem Schuldner verkauften Scheuer, aussprechen, und 
demzufolge dem genannten jeweiligen Besitzer derselben 
aufgegeben werden möge, daß er ihm selbige, cum omni 
causa, zu restituiren verpflichtet sei. 
In der Exceptionalverhandlung räumte nun der Be¬ 
klagte unbedingt ein, daß er die fragliche Scheuer ge¬ 
kauft, und dadurch in Besitz genommen, daß er selbige 
abgebrochen und bei seinem Hause wiederum aufgebauet, 
also das beregte Object inne habe, an welchem das 
klägerische Pfandrecht existire, wie nicht weniger wurde 
eingeräumt, daß der angegebene Rückstand der Schuld 
noch vorhanden sei. Es könne aber dennoch die Heraus¬ 
gabe der Scheuer von ihm nicht verlangt werden, da 
durch den Umbau derselben die Hypothek untergegangen. 
Nach fruchtlosem Güteversuche erfolgte vom Untergerichte 
ein Urtheil des Inhalts: 
„daß — da das fr. 18. §. 3 D. 13. 7. ausdrück¬ 
lich vorschreibe, daß das an den Baumaterialien 
haftende Pfandrecht, sobald diese verbaut worden, 
aufhöre, und diese Bestimmung auf den vorliegen¬ 
den Fall, wenngleich an der Scheuer eine Hypothek 
bestellt worden, dennoch anzuwenden sei, da der 
Beklagte die Materialien der angekauften und von 
ihm abgebrochenen Scheuer wiederum verbaut habe, 
auch nicht anzunehmen sei, daß ein Gebäude, wel¬ 
ches mit den Materialien eines untergegangenen an 
einem andern Orte erbaut worden, wiederum Ge¬ 
genstand des Pfandes werde, indem zum Wesen des¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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