Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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nicht richtig sei, denn wenn er mit Anderen sprach, 
fing er oft plötzlich von einer ganz andern Sache 
an zu sprechen, so daß ich mich manchmal darüber 
wunderte, wie er dazu komme." 
Endlich fehlt auch des ** eigenes Geständniß nicht, 
er leide an Brausen des Kopfes, sein Begriffsvermögen 
habe gelitten u. s. w. (S. pag. 52). 
Wenn auch gleich in den Acten keine Zeichen offen¬ 
barer Geistesverkehrtheit nach dem Anfalle vorliegen, so 
glauben wir doch in dem Angeführten hinlängliche An¬ 
zeigen zu haben, daß der apoplectische Anfall nachthei¬ 
lig auf das Sensorium des ** in der Art gewirkt habe, 
als ein gewisser Stumpfsinn, eine Apathie und vermin¬ 
derte Urtheilskraft bei ihm zurückgeblieben ist. 
Ein zweites, was uns in dem Leben des ** nach 
der erlittenen Krankheit entgegentritt, ist der Trieb, spi¬ 
rituosa zu genießen, der sich laut den Acten in dieser 
zweiten Epoche bedeutend entwickelt hatte. ** ist schon 
sehr oft berauscht gewesen, unter anderm kam er einmal 
fünf Tage aus der Betrunkenheit nicht heraus (pag. 
141). Mag auch gleich bei dieser Trunksucht ein gewis¬ 
ser innerer Unmuth, Mangel an Beschäftigung, wie er 
bei dem ** als Altentheiler stattgefunden, ja selbst die 
später sich mehr ausgebildete häusliche Unzufriedenheit als 
Ursache mit in Betracht kommen, so konnte doch selbst 
auch auf der andern Seite ein solcher Trieb, sich durch 
spirituosa anzuregen, mit dem erlittenen Stumpfsinn 
zusammen hängen; es fand das Bedürfniß statt, durch 
künstliche Reitze das zu ersetzen, was durch die erlittene 
Krankheit verloren gegangen war: die Folgen dieser 
Begierde aber mußten bei einem Manne, dessen Geistes¬ 
thätigkeit ohnehin schon gelitten hatte, sich auch in höhe¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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