Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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als ein Ganzes zur Reife gekommen, denn es muß doch 
immer erst danach gewartet werden, welche Fälle beim 
Ober=Appellationsgerichte successive zur Entscheidung kom¬ 
men, davon gänzlich abgesehen, daß alle diejenigen Fälle, 
welche nicht an das Ober-Appellationsgericht gebracht 
werden, nach wie vor, unentschieden bleiben müssen. Wel¬ 
che Härten liegen nun aber auch in einer solchen Einrich¬ 
tung für alle Diejenigen, welche über ein Object Rechts¬ 
streitigkeiten haben, welche nicht von dem Ober-Appella¬ 
tionsgerichte, wegen mängelnder Appellationssumme, 
entschieden werden können. 
Demnach kann nur das Heil, insoweit es überhaupt 
die Unvollkommenheiten des menschlichen Lebens gestat¬ 
ten, wie sich dies von selbst versteht, von einer baldigen 
Codification des Civilrechts erwartet werden; und daß 
dazu auch die Möglichkeit vorhanden sein muß, sollte 
man von einem deutschen Volke, das in allen Zweigen 
der Künste und Wissenschaften mit anderen Nationen, 
seien sie von der Erde verschwunden oder noch auf der¬ 
selben vorhanden, ruhig in die Schranken treten kann, 
billiger Weise erwarten, und somit werden auch die 
Schriftgelehrten des Vaterlandes hinreichend gewappnet 
sein, das erwähnte Werk hervorzubringen, welches im¬ 
merhin mit Mängeln behaftet sein kann, anerwogen, wie 
bereits urgirt, suh sole, wegen der zeitlichen Existenz 
der Dinge und Erscheinungen, keine ewige Dauer der 
Rechtsformen erwartet werden kann. Gerade die Ge¬ 
brechlichkeit des menschlichen Geschlechts erfordert einen 
ewigen Kampf, ein ewiges Ringen mit Recht und Un¬ 
recht, weshalb kein Volk die Hände ruhig in den Schooß 
legen darf, indem dadurch eine ewige Stagnation aller 
Rechtsformen herbeigeführt werden würde. In Erwä¬ 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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