Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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frage vernehmen lassen und wo möglich einige Präjudi¬ 
zien unserer Landesgerichte über dieselbe in dieser Zeit¬ 
schrift zur öffentlichen Kunde gebracht werden mögten. 
Die Frage ist von großer practischer Wichtigkeit und 
wird es an Fällen, worin sie zur gerichtlichen Entschei¬ 
dung gebracht ist, schwerlich fehlen können. 
Gesterdings Ausführung geht dahin: 
Das römische Recht stelle den Grundsatz auf: der 
Eid muß so geschworen werden, wie er ange¬ 
tragen ist. Uti delatum est jusjurandum, ita 
praestari debet. 
L. 3. §. 4. D. de jurejur. 
L. 4 et 5. D. eod. 
Und 
die Alten leiteten daraus die Regel ab, derje¬ 
nige, dem der Eid zugeschoben wird, darf nicht hinzufü¬ 
so viel ich glaube, 
gen, 
Zoesius ad tit. D. de jurejur. 
Brunnemann ad L. 3. D. de jurejur. 
folglich auch wohl nicht, soviel ich weiß, oder so viel 
ich mich erinnere. Wenn Jemand den Eid nicht in 
derselben Art schwören wolle, wie es verlangt werde, so 
scheine darin eine Verweigerung des Eides zu liegen. 
Derjenige, welcher mit dem Inhalte des Eides Verände¬ 
rungen vornehme, wolle nicht den zugeschobenen Eid 
schwören, sondern einen andern, der nicht von ihm ver¬ 
langt werde. Es scheine also eben so gut zu sein, als ob 
er gar nicht schwören wolle. 
Das Gewicht dieser unstreitig richtigen Gründe, 
welche der Gesterdingschen Ansicht entgegenstehen, soll nun 
aber durch folgende Gegengründe aufgewogen werden. 
Wenn das römische Recht die Regel aufstelle, der 
Eid müsse so geschworen werden, wie er angetragen ist, 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte i
	        
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